Cannabis: Zusammenhang mit neu auftretenden Arrhythmien gefunden14. Februar 2024 © Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei der Verwendung von Cannabis zum privaten Konsum konnte eine Verbindung zu kardiovaskulären Nebenwirkungen festgestellt werden. Laut einer Registerauswertung aus Dänemark lässt sich ein solcher Zusammenhang auch bei der Verwendung von ärztlich verordnetem medizinischem Cannabis zur Behandlung von chronischen Schmerzen ausmachen. Die Studiengruppe um den Kardiologen Anders Holt vom zur Universitätsklinik Kopenhagen gehörenden Herlev and Gentofte Hospital (Dänemark) identifizierte in einem landesweiten Register Patienten mit chronischen Schmerzen, die im Zeitraum 2018–2021 eine Erstbehandlung mit medizinischem Cannabis begonnen hatten. Diese verglichen die Forscher im Verhältnis 1:5 mit entsprechenden Kontrollpatienten hinsichtlich Alter, Geschlecht, chronischer Schmerzdiagnose und gleichzeitiger Einnahme anderer Schmerzmittel, aber ohne den Konsum von medizinischem Cannabis. Im „European Heart Journal“ berichten sie über die absoluten Risiken für erstmalige Arrhythmien (Vorhofflimmern/Flattern, Erregungsleitungsstörungen, paroxysmale Tachykardien und ventrikuläre Arrhythmien) und akute Koronarsyndrome im Vergleich dieser beider Gruppen. Von 1,88 Mio. Patienten mit chronischen Schmerzen hatten 5391 medizinisches Cannabis verschrieben bekommen (63,2% Frauen, mittleres Alter 59 Jahre; IQR 48–70). Die Schmerzindikationen waren 46% Muskel-Skelett-Schmerzen, 11% Tumorschmerzen, 13% neurologische Schmerzen und 30% nicht spezifiziert. Der Vergleich erfolgte mit 26.941 Kontrollpatienten gleichen Geschlechts und Alters. Herzrhythmusstörungen wurden innerhalb von 180 Tagen bei 42 Personen der Cannabis-Gruppe und bei 107 Personen der Nichtkonsumenten beobachtet. Der medizinische Cannabiskonsum war dementsprechend mit einem erhöhten Risiko für neu auftretende Arrhythmien verbunden (absolutes Risiko nach 180 Tagen: 0,8%; 95%-KI 0,6–1,1) im Vergleich zu keinem Konsum (absolutes Risiko nach 180 Tagen: 0,4%; 95 %-KI 0,3–0,5). Daraus ergibt sich ein RR von 2,07 (95%-KI 1,34–2,80) und ein 1-Jahres-RR von 1,36 (95%-KI 1,00–1,73). Die Daten zeigten keinen signifikanten Zusammenhang für das akute Koronarsyndrom (180-Tage-RR 1,20; 95%-KI 0,35–2,04). Fazit In der Untersuchung bestand besonders in den ersten 180 Tagen eine Assoziation mit einem erhöhten Risiko für neu auftretende kardiale Arrhythmien verglichen mit Patienten, die kein medizinisches Cannabis einnahmen. (ah) Autoren: Holt A et al. Korrespondenz: Anders Holt; [email protected] Studie: Cannabis for chronic pain: cardiovascular safety in a nationwide Danish study Quelle: Eur Heart J 2024:ehad834. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad834
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