CAR-Peptid beschleunigt Gewebereparatur20. Februar 2024 Foto: © Henrik Dolle – stock.adobe.com Ein wichtiges Ziel in der Medizin ist es, die Heilung von Gewebeverletzungen so zu beschleunigen, dass sich in den betroffenen Bereichen kein weniger funktionsfähiges Narbengewebe bildet. Prof. Tero Järvinen von der Universität Tampere in Finnland leitet eine Forschungsgruppe, die diesem Ziel nun einen Schritt näher gekommen ist. In einer früheren Studie entdeckte Järvinen ein sogenanntes Homing-Peptid, das über den Blutkreislauf gezielt nach Gewebeschäden sucht. Das Homing-Peptid wurde nach seiner Aminosäurezusammensetzung CAR-Peptid genannt. Kürzlich hat die Forschungsgruppe gezeigt, dass das CAR-Transportpeptid selbst ein therapeutisches Medikament ist. CAR aktiviert einen natürlichen Heilungsweg, der für die Geweberegeneration entscheidend ist, und beschleunigt die Wundheilung, ohne dass eine Bindung an ein Medikament erforderlich ist. Die Studie bestätigt, dass das CAR-Peptid den für die Wundheilung entscheidenden Mechanismus der Geweberegeneration aktiviert, indem es über den Blutkreislauf in die Wunde gelangt. In der Wunde bindet das Peptid an Syndecan-4, einen Zellmembranrezeptor. Diese Bindung aktiviert den intrazellulären Cytohesin-2-Faktor, der wiederum die Arf6-GTPase aktiviert, die die Zellmigration auslöst, das heißt die Wanderung der sich regenerierenden Zellen über den beschädigten Bereich in der Wunde. Durch diesen molekularen Mechanismus heilten die Hautwunden bei Mäusen, die das CAR-Peptid erhielten, deutlich schneller als ohne die Therapie. Auch die entstehenden Narben waren kleiner als ohne Behandlung. Da dieser Syndecan-4-abhängige Zellmigrationsmechanismus für die Heilung zahlreicher Verletzungen, wie Skelettmuskelrisse und Knochenbrüche, von entscheidender Bedeutung ist, hat das CAR-Peptid nicht nur in der Traumatologie, sondern auch in der Chirurgie und Sportmedizin zahlreiche klinisch relevante Indikationen. „Die von Syndecan-4 abhängige Geweberegeneration ist ein Schlüsselfaktor für die Heilung verschiedener anderer Gewebeverletzungen als Hautwunden, einschließlich Muskelrissen und Knochenbrüchen. Das von uns gefundene CAR-Peptid, das diesen natürlichen Heilungsmechanismus aktiviert, eröffnet völlig neue Möglichkeiten zur Behandlung von Traumata und Verletzungen nicht nur in der Traumatologie, sondern auch in der Chirurgie und bei Sportverletzungen. Da das Wirkstoffmolekül aktiv über den Blutkreislauf nach Gewebeschäden sucht, kann die zu behandelnde Verletzung in jedem Teil des Körpers liegen und durch die CAR-Peptidtherapie gezielt behandelt werden“, erklärt Järvinen.
Mehr erfahren zu: "Mikrobiom in Mund und Dünndarm schützt vor schweren allergischen Reaktionen" Mikrobiom in Mund und Dünndarm schützt vor schweren allergischen Reaktionen Eines der großen Rätsel bei Lebensmittelallergien ist, warum zwei Personen mit ähnlichen Spiegeln an Erdnuss-spezifischen Antikörpern ganz unterschiedlich auf das Allergen reagieren können. Die Antwort könnte im Mikrobiom von Mund […]
Mehr erfahren zu: "Mehr Praxisärzte – aber auch mehr Patientenzeit?" Mehr Praxisärzte – aber auch mehr Patientenzeit? In den Praxen arbeiten immer mehr Medizinerinnen und Mediziner. Trotzdem steht die Versorgung unter Stress, und Versicherte müssen warten. Dabei sollen Hausärzte eine noch wichtigere Rolle bekommen.
Mehr erfahren zu: "Biontech-Gründer verlassen Unternehmen und gründen neues" Biontech-Gründer verlassen Unternehmen und gründen neues Ugur Sahin und Özlem Türeci waren die Gesichter von Biontech, das mit Pfizer die erste Zulassung für einen Corona-Impfstoff bekam. Nun wagt das Forscher-Ehepaar Neues − ein Einschnitt in Zeiten […]