CAR-T-Zell-Therapie: Erstanwendung in der Schweiz beim Multiplen Myelom erfolgreich

Prof. Thomas Pabst, Leiter Schwerpunkt Hämato-Onkologie, Inselspital, Universitätsspital Bern. Foto: © Quelle: Inselspital, Universitätsspital Bern

Am Inselspital, Universitätsspital Bern wurde erstmals in der Schweiz das Verfahren einer CAR-T-Zell-Therapie bei einem Patienten mit rezidivierendem Multiplen Myelom durchgeführt. Der Patient sprach sehr gut an. Es traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Die aktuelle CAR-T-Zell-Therapie am Inselspital fand im Zusammenhang mit der klinischen Studie KarMMa-3 statt. In dieser internationalen, randomisierten, unverblindeten, multizentrischen Phase-III-Studie werden die Wirksamkeit und Sicherheit der CAR-T-Zell-Therapie mit den besten verfügbaren, herkömmlichen Therapien bei Patienten mit mehrfach rezidivierendem, multiplem Myelom verglichen.

Dieser Einsatzbereich ist neu. Bisher waren CAR-T-Zell-Therapien einzig bei rezidivierenden Lymphomen zur Anwendung gekommen. Das Inselspital ist das einzige Zentrum der KarMMa-3-Studie in der Schweiz; das Inselspital war auch das erste zertifizierte Zentrum in der Schweiz für die Anwendung des CAR-T-Zellverfahrens. 

Mit Spannung war der erste Einsatz am Inselspital erwartet worden. Sie kam bei einem 68-jährigen Patienten zum Einsatz, der bereits vier verschiedene konventionelle Therapien absolviert hatte. Die Entnahme der T-Zellen erfolgte am 16. März 2021. Die Verabreichung der gentechnisch veränderten CAR-T-Zellen wurde am 6. Mai 2021 vorgenommen. Der Patient sprach nach einem Monat hervorragend auf die Therapie an im Sinne einer stringenten kompletten Remission. Er zeigte auch keine der typischen Nebenwirkungen der Behandlung wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom oder Anzeichen einer Neurotoxizität.

Prof. Thomas Pabst ist verantwortlich für die Durchführung der Studie am Inselspital: «Wir waren alle im Team zusammen mit dem Patienten gespannt, wie sich das neue Verfahren im praktischen Einsatz auswirken würde. Wir waren sehr erfreut über das hervorragende Ansprechen des Patienten und die sehr gute Toleranz. Für die Therapie vieler Patienten mit multiplem Myelom kann dies einen Durchbruch bedeuten. Bisher standen keine derart potenten Behandlungsmöglichkeiten in der Rückfall-Situation zur Verfügung.»