Caripe 8: Wiener Forschungsteam identifiziert neuen Anti-Krebswirkstoff12. August 2024 Foto: © Thomas Suchanek/Vetmeduni Die Natur ist ein reicher Quell für medizinische Wirkstoffe. Ein großer Teil davon ist jedoch noch unerforscht. Mit Caripe 8 identifizierten Forschende nun einen bislang unbekannten, neuen Wirkstoff. Gefunden hat das Forschungsteam unter Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Wien das potenzielle Krebsbehandlungsmittel in der Brechwurzel (Carapichea ipecacuanha), einer in den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas heimischen Pflanze. Laut den Forschern besitzt die Substanz doppelte Wirkung: Das pflanzliche Peptid unterstützt die Aktivität der natürlichen Killerzellen und wendet sich gleichzeitig direkt gegen Krebszellen. Zyklotide sind makrozyklische Pflanzenpeptide und bieten im Vergleich zu anderen Peptiden eine außergewöhnliche Resistenz gegen enzymatischen, chemischen oder thermischen Abbau. In der Vergangenheit wurden Zyklotide aufgrund ihrer krebshemmenden Eigenschaften erforscht, da sie die Apoptose (Zelltod) in Tumorzellen auslösen. Die Auswirkungen von Zyklotiden auf natürliche Killerzellen (NK-Zellen) wurden aber bisher nur unzureichend erforscht.Zyklotide und natürliche Killerzellen – eine spannende therapeutische PaarungIn ihrer soeben erschienenen Studie untersuchte nun ein von der Vetmeduni geleitetes Wissenschaftsteam in einem interdisziplinären Kollaborationsprojekt mit der Medizinischen Universität Wien genau diesen Forschungsansatz, der laut Studien-Erstautorin Julia List vom Zentrum für Biologische Wissenschaften der Vetmeduni aus mehreren Gründen attraktiv ist: „Natürliche Killerzellen spielen eine wichtige Rolle, um infizierte, gestresste und transformierte Zellen abzuwehren. Außerdem benötigen NK-Zellen keine vorherige Sensibilisierung und agieren antigenunabhängig, was ein großes Potenzial auf dem Gebiet der Immuntherapie darstellt.“Neuer Wirkstoff Caripe 8 richtet sich erfolgreich gegen verschiedene TumorzieleUm die Wirkung von immunmodulatorischen Zyklotiden auf NK-Zellen zu analysieren, untersuchten die Wissenschaftler verschiedene mit Peptiden angereicherte Pflanzenextrakte hinsichtlich ihrer NK-Zell-vermittelten Zytotoxizität. Julia List zu den Ergebnissen: „Wir stellten dabei fest, dass die aus Carapichea ipecacuanha (Brot.) L. Andersson gewonnenen Extraktproben das Tötungspotenzial von NK-Zellen gegen verschiedenste Tumorzellen erhöhen.“ Die anschließende Isolierung von verschiedenen Zyklotiden aus C. ipecacuanha-Extrakten führte zur Identifizierung des Wirkstoffkandidaten Caripe 8, der die Zytotoxizität sowohl von Maus- als auch von menschlichen NK-Zellen erhöht. Die vermehrte Abtötung wird durch die gesteigerte Degranulationskapazität der NK-Zellen erleichtert.Vielversprechende Ergebnisse für neue immuntherapeutische Ansätze„Darüber hinaus konnten wir eine direkte toxische Wirkung von Caripe 8 auf Tumorzellen feststellen, was auf ein doppeltes therapeutisches Potenzial in der Krebsbehandlung schließen lässt“, erklärt Studien-Letztautorin Dagmar Gotthardt vom Zentrum für Biologische Wissenschaften der Vetmeduni. Zudem liefert die Studie neue, grundsätzliche Erkenntnisse darüber, wie natürliche Peptide die Zytotoxizität von NK-Zellen beeinflussen können. Laut den Forschern sind die präklinischen Ergebnisse zu Caripe 8 darüber hinaus vielversprechend für die Weiterentwicklung der derzeitigen immuntherapeutischen Ansätze.
Mehr erfahren zu: "BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette" BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette Für intensive Diskussionen sorgen bundesweit die geplanten Änderungen im Zuge der Neubewertung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien auf EU-Ebene, wie die Bundestierärztekammer (BTK) mitteilt. Demzufolge sollen antikoagulante Rodentizide künftig nur noch […]
Mehr erfahren zu: "Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt" Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt Im Landkreis Teltow-Fläming war erneut ein Wildschwein mit Trichinen befallen. Das verdeutlicht, warum die Trichinenuntersuchung weiterhin wichtig ist. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gab es 2025 einige Funde des […]
Mehr erfahren zu: "Aktuelles zur Tollwut in Deutschland" Aktuelles zur Tollwut in Deutschland Am 10. Februar 2026 wurde in Rheinland-Pfalz bei einem aus der Russischen Föderation eingeführten jungen Hund eine Infektion mit dem Rabiesvirus (RABV) amtlich festgestellt und durch das Nationale Referenzlabor (NRL) bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist darauf hin, dass […]