Carnosinsäure aus Rosmarin fördert narbenfreie Wundheilung24. November 2025 © womue – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende aus Pennsylvania konnten zeigen, dass Carnosinsäure aus Rosmarin die Wundheilung beschleunigt und Narbenbildung vermindert. Durch Aktivierung des TRPA1-Rezeptors wird eine regenerative Heilung gefördert. Das Team von der University of Pennsylvania (USA) hat nachgewiesen, dass Rosmarin und insbesondere das darin enthaltene Antioxidans Carnosinsäure die Heilung von Hautwunden fördern und die Narbenbildung verringern können. Die Ergebnisse, veröffentlicht in „JCI Insight“, belegen, dass Carnosinsäure die Wundheilung von fibrotischer, narbenreicher Reparatur zu regenerativer, narbenfreier Regeneration verschieben kann. Nachweis im Mausmodell Die Studie entstand aus dem Hype um Rosmarinextrakt in sozialen Medien. Nach dem Aufkommen zahlreicher Rezepte und Influencer-Empfehlungen gingen die Forschenden wissenschaftlich vor. Sie entwickelten eine Creme mit Carnosinsäure und zeigten im Mausmodell, dass damit die Wunden schneller und narbenfreier heilten – inklusive Wiederherstellung von Haarfollikeln, Talgdrüsen und Knorpelgewebe. Entscheidend hierfür ist die Aktivierung des TRPA1-Rezeptors, eines sensorischen Ionenkanals in kutanen Nervenendungen, dessen Rolle für narbenfreie Wundheilung bereits aus früheren Arbeiten bekannt ist. Ohne den Rezeptor war der Effekt von Carnosinsäure aufgehoben. Auch andere Kräuter wie Thymian und Oregano können TRPA1 aktivieren, doch Rosmarin überzeugt durch Wirksamkeit und Hautverträglichkeit – anders als zum Beispiel Senföl oder die topische Immunmodulation mit Imiquimod, die Hautreizungen und Entzündungen hervorrufen können. Prävention überschießender Narben Wesentlich ist die lokale Wirkung: Narbenfreie Heilung trat nur auf, wenn die Carnosinsäure-Creme direkt auf die Wunde appliziert wurde. Rosmarinextrakt bietet – bei niedrigen Kosten und guter Zugänglichkeit – damit einen vielversprechenden Ansatz zur Prävention überschießender Narbenbildung und zur Förderung der Regeneration. Die Autoren betonen jedoch, dass Patienten vor dem Einsatz von Rosmarinprodukten Rücksprache mit ihren Dermatologen halten sollten. Die Studienleiter hoffen, dass ihre Ergebnisse weitere klinische Forschung zur Anwendung von Rosmarinextrakt bei menschlicher Wundheilung und Narbenprophylaxe initiieren, insbesondere für Risikopatienten mit problematischer Narbenbildung. (ins)
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