CART4-34-Zellen eliminieren spezifisch neoplastische und autoimmune B-Zellen

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Eine neu entwickelte CAR-T-Zelltherapie geht nur gegen Zellen mit dem IGHV4-34-Gen vor, das in einem erheblichen Anteil von B-Zell-Malignomen exprimiert wird.

Derzeit sind Therapien mit CAR-T-Zellen zur Behandlung von B-Zell-Malignomen gegen das Oberflächen-Antigen CD19 gerichtet. Die Krux daran: CD19 wird in der gesamten B-Zelllinie exprimiert, was zur Abtötung nicht-maligner B-Zellen und zu einer verlängerten Immunsuppression führt. Darüber hinaus kommt es gelegentlich zur Immunflucht durch Antigenverlust.

Griff in die Trickkiste

In einer aktuellen Studie in „Science Translational Medicine“ schildern Wissenschaftler eine Strategie, die dieses Problem umgeht. Zusammen mit seinen Kollegen konnte Dr. Ivan J. Cohen von der University of Pennsylvania in Philadelphia zeigen, dass das IGHV4-34-Gen für die variable Region der schweren Kette des Immunglobulins in einem erheblichen Anteil von B-Zell-Malignomen exprimiert wird und gegenüber normalen B-Zellen stark angereichert ist.

Aus diesem Grund entwickelte und optimierte das Team CAR-T-Zellen, die auf B-Zellrezeptoren mit IGHV4-34 abzielen (CART4-34). In präklinischen Arbeiten waren diese optimierten CART4-34-Zellen bereits erfolgreich: In Mausmodellen zeigten sie eine ähnliche Wirksamkeit wie CAR-T-Zellen gegen CD19.

Gesunde B-Zellen verschont, weniger Immunflucht

In-vitro-Daten sprachen dafür, dass nicht-maligne B-Zellen verschont wurden, sowie für ein reduziertes Risiko der Immunflucht durch Antigenverlust. Auch für Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) könnten die neuen CAR-T-Zellen ein Schritt nach vorne sein: CART4-34 zielte auf pathogene B-Zellen von SLE-Patienten ab, ohne die Gesamtpopulation der B-Zellen zu beeinträchtigen.