CED: Einnahme von Antibiotika in der frühen Kindheit ist ein signifikanter Risikofaktor7. Mai 2025 © Andy Shell – stock.adobe.com (Symbolbild) Studien zufolge korreliert die Einnahme von Antibiotika in der Kindheit mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), obschon der potenzielle Beitrag der Infektionshäufigkeit ungeklärt bleibt. Um die Assoziation zwischen Infektionen in der frühen Kindheit, Antibiotika und der CED-Entwicklung zu untersuchen, haben skandinavische Wissenschaftler bevölkerungsbezogene Daten aus den ABIS- (Schweden) und MoBa-Kohorten (Norwegen) herangezogen. Die Beobachtungszeit erstreckte sich von der Geburt (1997–2009) bis zum Jahr 2021. In prospektiv erhobenen Fragebögen wurde die Häufigkeit von Infektionen (jegliche, gastrointestinale und respiratorische) und Antibiotika (jegliche, Penicillin und Nichtpenicillin) bis zum Alter von 3 Jahren erfasst. Für eine CED-Diagnose waren ≥2 Einträge in nationalen Gesundheitsregistern nötig. Kohortenspezifische HR, adjustiert nach elterlicher Bildung, Rauchen und CED, wurden geschätzt und mittels Random-Effect-Modellen gepoolt. Die Antibiotika-Analysen wurden um die Infektionshäufigkeit bereinigt. Insgesamt 103.046 Kinder (ABIS=11.872 und MoBa=91.174) trugen zu einer Nachbeobachtungszeit von 1.663.898 Personenjahren bei, in denen 395 Kinder mit CED diagnostiziert wurden. Die Häufigkeit einer Infektion im Alter von 0 bis <1 und 1 bis <3 Jahren ergab eine gepoolte adjustierte HR (aHR) von 1,01 (95%-KI 0,96–1,07) und 1,00 (95%-KI 0,99–1,01) pro zusätzlicher Infektion für CED. Unter Berücksichtigung der Infektionen war jede Antibiotikagabe im 1. Jahr mit CED assoziiert (gepoolte aHR 1,33; 95%-KI 1,01–1,76). Die aHR für eine zusätzliche Antibiotikagabe lag bei 1,17 (95%-KI 0,96–1,44), wobei Penicillin die Hauptrolle spielte (pro zusätzlicher Antibiotikagabe: aHR 1,28; 95%-KI 1,02–1,60). Obwohl Antibiotika in einem Zeitraum von 1 bis <3 Jahren keinen Zusammenhang mit CED oder Morbus Crohn zeigten, wurden Nichtpenicillin-Antibiotika mit Colitis ulcerosa in Verbindung gebracht (pro zusätzlicher Behandlung: aHR 1,95; 95%-KI 1,38–2,75). Fazit Die Einnahme von Antibiotika in der frühen Kindheit ist ein Risikofaktor für CED im Kindes- und frühen Erwachsenenalter, unabhängig von der Häufigkeit der Infektionen. (bi) Autoren: Mårild K et al. Korrespondenz: Tereza Lerchova; [email protected] Studie: Early-Life Infections, Antibiotics and Later Risk of Childhood and Early Adult-Onset Inflammatory Bowel Disease: Pooled Analysis of Two Scandinavian Birth Cohorts Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2025;61(2):323–334. Web: https://doi.org/10.1111/apt.18358
Mehr erfahren zu: "Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel?" Weiterlesen nach Anmeldung Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel? Für Hochrisikopatienten wird die konsequente Senkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 120 mmHg empfohlen. Doch ist dieses Ziel realistisch umsetzbar?
Mehr erfahren zu: "Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Postpartale Hypertonie: Modifizierbare Faktoren relevanter als genetisch bestimmtes Risiko Eine kürzlich publizierte Kohortenstudie verdeutlicht, dass die Gene einen relevanten Beitrag zur Entwicklung eines Bluthochdrucks zwei bis sieben Jahre nach einer Schwangerschaft spielen – wenn auch einen deutlich geringeren als klinische […]
Mehr erfahren zu: "Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent" Weiterlesen nach Anmeldung Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent Der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung im Hinblick auf die Senkung des kardiovaskulären Risikos ist bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit (CKD) ähnlich – und zwar über das gesamte Spektrum […]