Cereulid in Babynahrung – Stärkere Kontrolle für Zutat aus China

Die aus China stammende, mit Cereulid verunreinigte Arachidonsäure zählt zu den Omega-6-Fettsäuren. (Foto: © assistant – stock.adobe.com)

Nach weltweiten Rückrufen von Babynahrung verstärkt die EU Einfuhrkontrollen für Arachidonsäure-Öl aus China. Jede zweite Lieferung der Zutat aus dem Land soll ab morgen besonders auf den Giftstoff Cereulid getestet werden, wie aus einer im EU-Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorgeht.

Cereulid ist laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann. Laut Mitteilung im Amtsblatt hat sich herausgestellt, dass die zu Jahresbeginn festgestellte Kontamination von Babynahrung mit dem Giftstoff auf Arachidonsäure-Öl aus China zurückzuführen ist, das bei der Herstellung als Zutat verwendet wurde. 

Viele Chargen Babynahrung schon zurückgerufen

Efsa hatte zuvor eine Risikobewertung durchgeführt und legte nun erstmals einen Sicherheitsrichtwert für die zulässige Menge an Cereulid in Babynahrung fest. Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist, wie die Behörde mit Sitz in Parma angibt. 

Bereits im Januar hatten die Nahrungsmittelkonzerne Danone und Nestlé in Deutschland mehrere Chargen ihrer Babynahrung zurückgerufen. Betroffen waren verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen. Nestlé hatte damals betont: „Es ist uns wichtig zu betonen, dass bislang keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden sind.“