CF und Pseudomonas-Infektion: Wirksamkeit oraler Antibiotika nachgewiesen30. September 2020 Pseudomonas aeruginosa. Grafik: © Christoph Burgstedt/Adobe Stock Eine wegweisende klinische Studie (TORNADO-CF) zeigt die Wirksamkeit oraler Antibiotika bei der Behandlung von Mukoviszidose (Cystische Fibrose [CF]). Eine große nationale Studie, die von Experten aus Bristol und Nottingham (Großbritannien) durchgeführt wurde, hat ergeben, dass orale Antibiotika bei der Abtötung eines häufigen Keims, der bei Mukoviszidose-Patienten gefährliche Komplikationen verursacht, genauso wirksam sind wie intravenöse Antibiotika. In der Studie wurde die Wirksamkeit der beiden Behandlungsarten bei der Bekämpfung von Infektionen durch Pseudomonas aeruginosa untersucht, die bei CF-Patienten eine chronisch destruktive Lungeninfektion verursacht und die nur dann eliminiert werden kann, wenn sie bereits im Frühstadium bekämpft wird. Der Kinderpneumologe Dr. Simon Langton Hewer vom University Hospitals Bristol and Weston NHS Foundation Trust (UHBW), der die Studie leitete, berichtet: „Unsere Studie ergab, dass herkömmliche orale Antibiotika genauso wirksam sind wie intravenöse Antibiotika. Dies bedeutet, dass CF-Patienten mit einer neuen P.-aeruginosa-Infektion zu Hause behandelt werden können, was ihnen die Unannehmlichkeit erspart, zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden zu müssen. Die Ergebnisse der Studie liefern Evidenz für das Vorgehen in CF-Zentren und werden dazu beitragen, unnötige Krankenhauseinweisungen zu reduzieren.“ Die TORPEDO-Studie zeigt, dass die routinemäßige Anwendung intravenöser Antibiotika zur Pseudomonas-Eliminierung nicht gerechtfertigt ist. Es werde jedoch auch weiterhin Umstände geben (wie z. B. ein sich verschlechternder Husten oder ein Rückgang der Lungenfunktion), unter denen eine intravenöse Behandlung erforderlich sein werde, betonen die Studienautoren. Mit einer intravenösen Behandlung ist ein bis zu zwei Wochen dauernder Krankenhausaufenthalt verbunden. Insgesamt nahmen 286 Patienten in 70 CF-Zentren und Kliniken in ganz Großbritannien und 2 in Italien an der Studie teil. Prof. Alan Smyth von der School of Medicine der University of Nottingham und Ko-Leiter der klinischen Studie TORPEDO erklärt: „Viele Jahre lang hatten wir das Gefühl, wir müssten Kinder mit Mukoviszidose hospitalisieren, um sie intravenös mit Antibiotika zu behandeln, wenn bei ihnen erstmals eine Pseudomonas-Infektion auftrat. Das kann für das Kind und seine Familie belastend sein und das Schul- und Familienleben stören. Dank der TORPEDO-Studie wissen wir jetzt, dass die orale und inhalative Behandlung in den meisten Fällen mindestens so effektiv ist wie die intravenöse. Zukünftig kann die Behandlung zu Hause erfolgen und mit einer Krankenhauseinweisung verbundenen Unannehmlichkeiten und Kosten können vermieden werden.“
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