Chemikalien aus Mikroplastik können über die Haut aufgenommen werden22. April 2024 Foto: © Pcess609 – stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass giftige Chemikalien über die Haut in den Körper aufgenommen werden können, wenn sie mit Mikroplastik in Berührung kommt. Die Studie liefert den ersten experimentellen Beweis dafür, dass Chemikalien, die als Zusatzstoffe in Mikroplastik enthalten sind, in den menschlichen Schweiß sickern und dann über die Haut in den Blutkreislauf gelangen können. Viele Chemikalien, die als Flammschutzmittel und Weichmacher verwendet werden, sind bereits verboten worden, da sie nachweislich gesundheitsschädliche Auswirkungen haben, darunter Schädigungen der Leber oder des Nervensystems, Krebs und Risiken in puncto Fortpflanzungsfähigkeit. Dennoch sind diese Chemikalien in der Umwelt immer noch in älteren Elektronikgeräten, Möbeln, Teppichen und Baumaterialien enthalten. Obwohl die von Mikroplastik verursachten Schäden noch nicht vollständig geklärt sind, wächst die Besorgnis über ihre Rolle als Überträger giftiger Chemikalien auf den Menschen. In einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie wies das Forscherteam nach, dass Chemikalien aus Mikroplastik in den menschlichen Schweiß übergehen. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass diese Chemikalien auch aus dem Schweiß über die Hautbarriere in den Körper aufgenommen werden können. In ihren Experimenten verwendete das Team menschliche 3D-Hautmodelle als Alternative zu Labortieren und entnommenen menschlichen Geweben. Die Modelle wurden über einen Zeitraum von 24 Stunden zwei gängigen Formen von Mikroplastik ausgesetzt, die polybromierte Diphenylether (PBDE) enthalten, eine chemische Gruppe, die üblicherweise für flammhemmende Kunststoffe verwendet wird. Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Environment International veröffentlicht wurden, zeigten, dass bis zu 8 Prozent der freigesetzten Chemikalien von der Haut aufgenommen werden konnten, wobei feuchtere Haut höhere Mengen der Chemikalien absorbierte. Die Studie liefert den ersten experimentellen Beweis dafür, wie dieser Prozess zu den im Körper gefundenen Mengen an giftigen Chemikalien beiträgt. Dr. Ovokeroye Abafe, der aktuell an der Brunel University in England tätig ist, führte die Forschung während seiner Zeit an der University of Birmingham durch. Er sagte: „Mikroplastik ist in der Umwelt allgegenwärtig, und doch wissen wir noch relativ wenig über die gesundheitlichen Probleme, die es verursachen kann. Unsere Forschung zeigt, dass sie eine Rolle als ‚Träger‘ schädlicher Chemikalien spielen, die über die Haut in unseren Blutkreislauf gelangen können.“ Diese Chemikalien seien hartnäckig, sodass sie sich bei ständiger oder regelmäßiger Exposition allmählich anreichern und zu einem Punkt führen, an dem sie anfangen, Schaden zu verursachen. Für künftige Forschungsarbeiten plant das Team, weitere Wege zu untersuchen, über die Mikroplastik für das Eindringen giftiger Chemikalien in den Körper verantwortlich sein könnte, einschließlich Einatmen und Verschlucken.
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