Childhood-Haus Flensburg eröffnet

Foto: © Childhood Deutschland, Michael Bader

Am 22. April ist das erste Childhood-Haus Schleswig-Holsteins in Flensburg eröffnet worden. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, denen sexualisierte und körperliche Gewalt widerfahren ist und die sich aufgrund dessen in einem Strafverfahren befinden. Das Childhood-Haus Flensburg wird von Justizministerium, Innenministerium und Sozialministerium des Landes unterstützt. Der Träger ist pro familia Schleswig-Holstein.

Als Standort für das erste Childhood-Haus in Schleswig-Holstein wurde Flensburg ausgewählt, weil hier eine jahrzehntelange gute Zusammenarbeit der beteiligten Professionen bestehe, erklärte der Träger. Die richterliche Videovernehmung habe sich dort sehr gut etabliert und bilde einen wichtigen Baustein bei der kindgerechten Umsetzung von Verfahren. Pro familia wiederum bringe umfassende Erfahrungen aus den Fachberatungsstellen Wagemut und Löwenherz als auch aus der Psychosozialen Prozessbegleitung ein.

“Wir freuen uns sehr, dass wir die Trägerschaft für dieses Leuchtturmprojekt übernehmen. Pro familia bringt umfangreiche Erfahrungen aus der Beratung und Begleitung betroffener Kinder mit und setzt sich schon lange für einen umfassenden Kinderschutz ein. Mit dem Childhood-Haus machen wir einen großen Schritt hin zu einer kindgerechten und umfassenden Versorgung der Betroffenen”, sagte Christa Wanzeck-Sielert, erste Vorsitzende pro familia Schleswig-Holstein.

Dr. Astrid Helling-Bakki, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation Deutschland ergänzte: “Wir versprechen uns viel vom Standort Flensburg. Hier besteht schon seit langem eine sehr gute Zusammenarbeit der Professionen. Auch die Trägerschaft eines freien Trägers der Jugendhilfe bildet ein Novum für das Konzept der Childhood-Häuser, die bislang vor allem bei Kliniken angebunden wurden. Wir sehen durch die Entwicklungen in Flensburg bereits jetzt wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Childhood-Häuser in Deutschland.“

Im Childhood-Haus sind vorort eine koordinierende Fachkraft, eine Beraterin und eine Kinderärztin tätig. Zudem ist das Childhood-Haus als regionale Untersuchungsstelle der Rechtsmedizin für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Alle weiteren mitwirkenden Professionen kommen hinzu.