Cholesterinsenkung mit PCSK9-Hemmern: Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen29. Januar 2018 © Chinnapong – fotolia.com In einer Sekundäranalyse der FOURIER-Studie zeigte sich eine monotone Beziehung zwischen dem erreichten LDL-Cholesterin (LDL-C)-Spiegel und schweren kardiovaskulären Ereignissen hinunter bis zu LDL-C-Konzentrationen < 0,2 mmol/l. Über median 2,2 Jahre waren in der Studie auch sehr niedrige LDL-C-Konzentrationen nicht mit Sicherheitsbedenken verbunden. In der FOURIER-Studie wurde die LDL-C-Senkung mit dem PCSK9-Hemmer Evolocumab untersucht. Die präspezifizierte Sekundäranalyse umfasst 25.982 Patienten, bei denen der Zusammenhang zwischen dem nach 4 Wochen erreichten LDL-C-Wert und darauffolgenden kardiovaskulären Outcomes sowie 10 vorher festgelegten Sicherheitsendpunkten untersucht wurde. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, koronarer Revaskularisierung oder instabiler Angina pectoris. Der wichtigste sekundäre Endpunkt bestand aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Follow-up lief über median 2,2 Jahre. Zwischen Februar 2013 und Juni 2015 wurden insgesamt 27.564 Patienten in der FOURIER-Studie randomisiert einer Behandlung zugewiesen. Für 1025 Patienten (4 %) lag keine LDL-C-Messung nach 4 Wochen vor und 557 (2 %) erreichten schon vor Ablauf von Woche 4 den primären oder einen der präspezifizierten Sicherheitsendpunkte. Von den verbleibenden 25.982 Patienten (94 %) waren 13.013 in der Evolocumab-Gruppe und 12.969 in der Placebogruppe. Insgesamt 2669 (10 %) der 25.982 Patienten erreichten LDL-C-Konzentrationen < 0,5 mmol/l, 8003 (31 %) erreichten LDL-C-Konzentrationen von 0,5 bis < 1,3 mmol/l, 3444 (13 %) Patienten erreichten LDL-C-Konzentrationen von 1,3 bis < 1,8 mmol/l, 7471 (29 %) Patienten erreichten LDL-C-Konzentrationen von 1,8 bis < 2,6 mmol/l und 4395 (17 %) Patienten erreichten LDL-C-Konzentrationen ≥ 2,6 mmol/l. Es existierte eine hochsignifikante monotone Beziehung zwischen niedrigen LDL-C-Konzentrationen und einem niedrigeren Risiko für den primären und sekundären Wirksamkeitsendpunkt, die sich bis in das untere 1. Perzentil erstreckte (LDL-C-Konzentrationen < 0,2 mmol/l; p=0,0012 für den primären Endpunkt; p=0,0001 für den sekundären Endpunkt). Es wurde keine signifikante Assoziation zwischen dem erreichten LDL-C-Wert und Sicherheitsendpunkten beobachtet, weder für schwere Nebenwirkungen, noch für irgendeinen der anderen 9 Sicherheitsendpunkte. Autoren: Giugliano RP et al. Korrespondenz: TIMI Study Group, Division of Cardiovascular Medicine, Brigham and Women‘s Hospital, Boston, MA, USA Studie: Clinical efficacy and safety of achieving very low LDL-cholesterol concentrations with the PCSK9 inhibitor evolocumab: a prespecified secondary analysis of the FOURIER trial Quelle: Lancet 2017 Oct 28;390(10106):1962–1971. Web: www.thelancet.com/journals/lancet