Chronische Lungeninfektion bei Mukoviszidose: Bakteriophagen als vielversprechender Therapieansatz28. Dezember 2023 Bakteriophagen attackieren ein Bakterium. (Foto: © Christoph Burgstedt – stock.adobe.com) Ein US-amerikanisches Forscherteam hat im „Pediatric Infectious Disease Journal“ den Fall eines elfjährigen Jungen mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) und chronischer Lungeninfektion durch Achromobacter spec. vorgestellt, der mit Bakteriophagen in Kombination mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Für die Behandlung untersuchten die Mediziner zunächst Isolate von Achromobacter-Arten aus dem Sputum des Patienten auf ihre Anfälligkeit für Bakteriophagen. Anschließend erhielt der Patient intravenös alle acht Stunden zwei hochaktive, gereinigte Bakteriophagen in Verbindung mit einer 14-tägigen Piperacillin/Tazobactam-Kur bei CF- Exazerbation. Während der Behandlung wurden Sputum und Blut für eine Metagenomanalyse gesammelt, wobei die Sputumanalyse nach einem Monat erfolgte. Zudem erhoben die Mediziner den klinischen sowie den Lungenstatus des Patienten und führten sicherheitshalber noch Laboruntersuchungen durch. Insgesamt vertrug der Patient die Verabreichung von Bakteriophagen gut, es traten keine klinischen oder labortechnischen unerwünschten Ereignisse auf. Die Metagenomanalyse dokumentierte einen Rückgang des relativen Anteils der Achromobacter-DNA-Sequenzen im Sputum um 86 Prozent sowie im Blut um 92 Prozent im Vergleich zu anderen bakteriellen DNA-Sequenzen, wobei die Proben vor und nach der Behandlung verglichen wurden. Bakteriophagen-DNA-Sequenzen wurden im Sputum nach intravenöser Verabreichung während der Behandlung und bei der einmonatigen Nachuntersuchung nachgewiesen. In einigen Isolaten beobachteten die Forschenden während der Behandlung eine Rückbildung der Resistenz gegen mehrere Antibiotika. Bei der Nachuntersuchung nach einem Monat dokumentierten die Mediziner eine Stabilisierung der Lungenfunktion. Die Autoren resümieren, dass die kombinierte Bakteriophagen-/Antibiotikabehandlung zu einer Verringerung der bakteriellen Belastung der Lunge durch Achromobacter führte, wobei bei der Nachuntersuchung nach einem Monat im Sputum eine anhaltende Bakteriophagenreplikation dokumentiert wurde. Es seien prospektive kontrollierte Studien erforderlich, um die Dosis, den Verabreichungsweg und die Dauer der Bakteriophagentherapie sowohl bei akuten als auch bei chronischen Infektionen bei CF zu bestimmen, erklären sie abschließend. (ej)
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