Chronische Nierenkrankheit bei Diabetes: BNP kann Vorhersage der CKD-Progression verbessern

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Bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit (CKD) und Diabetes könnte die Kombination von BNP- und UACR-Werten die Vorhersage der CKD-Progression verbessern, so eine aktuelle Studie aus Japan.

In der klinischen Praxis wird das Fortschreiten einer Nierenerkrankung üblicherweise anhand von Harnbiomarkern wie dem Albumin-Kreatinin-Quotienten (UACR), dem Protein-Kreatinin-Quotienten (UPCR) und der Proteinurie im Urinteststreifen beurteilt, erklären die Autoren. Das B-Typ-Natriuretische Peptid (BNP), das traditionell als Biomarker für die Belastung der Herzwand und Herzinsuffizienz verwendet wird, wurde kürzlich mit einem umfassenderen kardiorenalen Risiko in Verbindung gebracht. Seine Fähigkeit, das Fortschreiten einer CKD vorherzusagen, insbesondere bei klinisch normalen Werten, ist jedoch weiterhin unklar, heißt es weiter.

Um diese Forschungslücke zu schließen, führten die Wissenschaftler der Juntendo University (Japan) eine neue Studie durch, um zu ermitteln, ob BNP unabhängig von anderen Faktoren das Fortschreiten einer CKD vorhersagt und ob es neben etablierten Harnbiomarkern einen zusätzlichen prognostischen Wert besitzt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Diabetes Research and Clinical Practice“ veröffentlicht.

Vergleichbare prognostische Aussagekraft

Die Forscher führten eine Längsschnittanalyse mit 636 Erwachsenen mit Diabetes durch, die über einen medianen Zeitraum von 5,4 Jahren beobachtet wurden. Anhand von Blutproben zu Studienbeginn wurden die BNP-Werte gemessen, während Urinproben die UACR, UPCR und die Proteinurie (mittels Teststreifen) bestimmten. Die Nierenfunktion wurde anhand der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) überwacht.

Der primäre Endpunkt war ein Rückgang der eGFR um mindestens 30 Prozent, was eine signifikante Verschlechterung der Nierenfunktion anzeigt. Statistische Analysen verglichen die prognostische Aussagekraft von BNP mit der von Harnmarkern und untersuchten, ob BNP die Vorhersagegenauigkeit verbesserte, wenn es Modellen mit UACR und anderen klinischen Faktoren hinzugefügt wurde.

Die Ergebnisse zeigten, dass BNP eine vergleichbare prognostische Aussagekraft wie UACR, UPCR und die Proteinurie im Urinteststreifen hinsichtlich des Fortschreitens einer CKD aufweist.

Marker für kardiorenale Vulnerabilität

Erstautorin PD Dr. Maki Murakoshi merkt an: „BNP, das in der klinischen Routine als etablierter Biomarker für Herzinsuffizienz weit verbreitet ist, ist mit dem Fortschreiten einer CKD bei Diabetikern assoziiert, selbst wenn die BNP-Werte im Normbereich liegen.“

Im Beobachtungszeitraum kam es bei 74 Teilnehmern zu einem Rückgang der eGFR um mindestens 30 Prozent. BNP blieb auch nach Berücksichtigung von UACR und anderen klinischen Variablen unabhängig mit dem Rückgang der Nierenfunktion assoziiert. Weiterführende Analysen zeigten einen abgestuften Zusammenhang zwischen BNP-Spiegeln und dem Risiko für eine CKD, wobei ein erhöhtes Risiko selbst bei klinisch normalen BNP-Werten beobachtet wurde.

Personen mit erhöhten BNP- und UACR-Werten wiesen das höchste Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion auf, was laut den Forschern darauf hindeutet, dass die Kombination dieser Marker die Risikostratifizierung verbessern könnte.

Diese Ergebnisse unterstreichen laut den Autoren das Potenzial von BNP als Marker für kardiorenale Vulnerabilität. BNP könnte über herkömmliche Urinmarker hinaus zusätzliche prognostische Informationen liefern und Klinikern helfen, Hochrisikopatienten früher zu identifizieren, insbesondere in Einrichtungen, in denen Urinuntersuchungen nicht routinemäßig durchgeführt werden, so die Forscher.

(ri/BIERMANN)