Chronische Nierenkrankheit: Wirksamkeit blutdrucksenkender Therapien über alle Stadien hinweg konsistent

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Laut einer aktuellen Metaanalyse ist der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit (CKD) im Hinblick auf die Reduktion des kardiovaskulären Risikos vergleichbar mit dem bei Personen ohne CKD.

Patienten mit CKD, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, waren aufgrund von Sicherheitsbedenken in randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zur blutdrucksenkenden Therapie systematisch unterrepräsentiert. Das berichtet ein internationales Forschungsteam um Erstautorin Guyu Zeng. Dies habe zu einem anhaltenden Mangel an Evidenz für das kardiovaskuläre Risikomanagement in dieser Hochrisikogruppe geführt.

Das Team untersuchte die Wirkung einer blutdrucksenkenden Therapie auf das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Erkrankungen und des Todes über das gesamte Spektrum der CKD-Stadien hinweg sowie in wichtigen klinischen Subgruppen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht.

Vergleich der Behandlungseffekte

Die Autoren führten eine einstufige Metaanalyse von Einzelteilnehmerdaten aus RCTs durch, in denen die Teilnehmer randomisiert einer blutdrucksenkenden Therapie oder einer Vergleichstherapie zugeteilt wurden. Die Wissenschaftler verwendeten RCTs aus dem Datensatz der Blood Pressure Lowering Treatment Trialists’ Collaboration, die zu jedem Zeitpunkt und in jeder Sprache veröffentlicht wurden. Sie galten für die Aufnahme in die Analyse als geeignet, wenn sie mindestens 1000 Personenjahre Nachbeobachtung pro Studienarm, Ausgangsblutdruck- und Kreatininwerte sowie Zeit-bis-Ereignis-Endpunkte aufwiesen.

Teilnehmer mit unklaren Randomisierungsverfahren oder beschränkt auf Herzinsuffizienz oder Akutversorgung wurden ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen wurden Teilnehmer mit dokumentierter Herzinsuffizienz in der Anamnese oder extremen Kreatininwerten. Es wurden keine Alterskriterien angewendet. Der primäre Endpunkt waren schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, definiert als ein Kompositum aus tödlichem oder nicht-tödlichem Schlaganfall, ischämischer Herzkrankheit oder Krankenhausaufenthalt bzw. Tod aufgrund von Herzinsuffizienz.

Die relativen Behandlungseffekte wurden mithilfe eines stratifizierten Cox-Regressionsmodells geschätzt. Die Heterogenität der Behandlungseffekte wurde in vordefinierten Subgruppen untersucht, die anhand des CKD-Status, des CKD-Stadiums (1–5), Diabetes, Proteinurie und des Ausgangsblutdrucks definiert wurden. Eine stratifizierte Netzwerk-Metaanalyse wurde durchgeführt, um zu prüfen, ob sich die Behandlungseffekte in den definierten Subgruppen innerhalb jeder der fünf wichtigsten Klassen von Antihypertensiva unterschieden.

Unabhängig vom Proteinurie-Status

Von 52 RCTs (363.684 Teilnehmer) erfüllten insgesamt 285.124 Teilnehmer aus 46 RCTs die Einschlusskriterien. Davon waren 116.145 (40,7 %) Frauen und 168.979 (59,3 %) Männer. Insgesamt 59.185 (20,7 %) hatten zu Beginn eine CKD und 86.067 (30,2 %) hatten Typ-2-Diabetes. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,4 Jahren verringerte eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 5 mmHg das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Personen mit CKD und ohne CKD.

Darüber hinaus waren die beobachteten relativen Risikoreduktionen in allen Stadien der CKD, einschließlich der schweren Stadien 4–5, konsistent. Ähnliche Behandlungseffekte wurden unabhängig vom Proteinurie-Status und über alle Blutdruckkategorien bis hinunter zu < 120/70 mmHg beobachtet. Der relative Behandlungseffekt bei Patienten mit CKD war jedoch bei gleichzeitigem Diabetes mellitus deutlich abgeschwächt im Vergleich zu Patienten ohne Diabetes mellitus.

Die stratifizierte Analyse innerhalb jeder Wirkstoffklasse zeigte, dass die klassenspezifischen Effekte von Antihypertensiva im Vergleich zu Placebo auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den untersuchten Untergruppen unverändert blieben.

Diabetes mellitus als Risikofaktor

Im Hinblick auf die Reduktion des kardiovaskulären Risikos ist der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung bei Patienten mit CKD vergleichbar mit dem bei Personen ohne CKD. Die Wirksamkeit ist über alle Stadien der CKD, Blutdruckschwellenwerte und Proteinurie-Status hinweg konsistent.

Interessanterweise ist dieser relative Nutzen jedoch bei Patienten mit CKD und gleichzeitigem Diabetes mellitus abgeschwächt. Das unterstreiche laut den Autoren die Notwendigkeit angepasster Therapiestrategien in dieser Hochrisikogruppe. Darüber hinaus spiegeln die Wirkstoffklassen-spezifischen Effekte der wichtigsten Antihypertensiva bei CKD diejenigen wider, die in der Gesamtbevölkerung beobachtet werden, unabhängig vom Stadium der CKD oder dem Proteinurie-Status, betonen die Forscher.

(ri/BIERMANN)

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