Chronische Nierenkrankheiten: Drei NRW-Universitätsklinika gründen Verbund CEN24. Juni 2026 Foto: © peterschreiber.media/stock.adobe.com Die Universitätsklinika in Köln, Aachen und Düsseldorf haben das Center of Excellence in Nephrology (CEN) gegründet. Es soll die Behandlungssituation chronischer Nierenkrankheiten (CKD) verbessern. Das CEN ist am 23. Juni im Beisein von NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL feierlich eröffnet worden. „Mit dem Center of Excellence in Nephrology bündeln die Universitätsklinika Köln, Aachen und Düsseldorf ihre Forschungskompetenz und stellen ihre Erkenntnisse allen Erkrankten zur Verfügung“, so Brandes. Es sei verwunderlich, dass Nierenerkrankungen keine größere Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung spielen – in Anbetracht der hohen und weiter steigenden Anzahl der Betroffenen, sagte Univ.-Prof. Thomas Benzing von der Uniklinik Köln. „Nierenerkrankungen sind auf dem Weg, eine der häufigsten Todesursachen weltweit zu werden. Wir verzeichnen eine stumme Epidemie“, lautet sein Befund. Ein Verbund wie das CEN könne für mehr Sichtbarkeit sorgen und gleichzeitig mit gemeinschaftlicher Forschung zu einer Verbesserung der Prävention und der Therapie beitragen. Wünschenswert seien zum Beispiel Screening-Programme, um Patienten in möglichst frühen Krankheitsstadien einer Behandlung zuführen zu können. Mehr Sichtbarkeit als Ziel Neben der großen Anzahl an Betroffenen sieht Univ.-Prof. Rafael Kramann, Uniklinik RWTH Aachen, die größte Herausforderung darin, den vielen unterschiedlichen, oft auch seltenen Ursachen für CKD gerecht zu werden. Es gebe schon jetzt ein nie zuvor dagewesenes Verständnis für einige Ursachen und Mechanismen. Das CEN will Nierenerkrankungen noch besser zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus gezielt Therapeutika zu entwickeln. Für Univ.-Prof. Roman-Ulrich Müller, Uniklinik Düsseldorf, eröffnen sich mit der Gründung des CEN neue Möglichkeiten für die Forschenden, für die behandelnden Ärzte und insbesondere für die Patienten. Nie zuvor gab es so viele Behandlungsoptionen für Nierenerkrankungen, diese müssen nun in der Breite den Patienten zugutekommen. „Und im Falle fehlender wirksamer Therapieoptionen möchten wir für jede und jeden Erkrankten eine passende klinische Studie zu innovativen Behandlungsformen finden. Die Betroffenen profitieren dann von der gemeinsamen Studienzentrale.“ Demographischer Wandel im Blick Das CEN schaffe einen neuen Rahmen für die koordinierte klinische Vernetzung. Und zwar bei seltenen Nierenerkrankungen, in standortübergreifenden Versorgungspfaden und in der nachhaltigen Sicherung sowie der strategischen Weiterentwicklung der Nierentransplantation an den beteiligten Universitätsklinika. Die Verbindung von Nephrologie mit Transplantationsmedizin und Forschung in der Altersmedizin mache das CEN zu einer zukunftsweisenden Struktur für die Medizin des demografischen Wandels.
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