Chronische Rückenschmerzen beeinträchtigen kognitive Leistung

Mann mit Rückenschmerzen fasst sich an den Kopf und an den Rücken
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Australische Forschende fanden in einer Metaanalyse deutliche Hinweise, dass Erwachsene mit chronischen Rückenschmerzen in mehreren kognitiven Bereichen schlechter abschneiden als schmerzfreie Personen.

Im Rahmen der Metaanalyse verglichen die Forschenden verschiedene kognitive Funktionen zwischen Erwachsenen mit chronischen Rückenschmerzen (CLBP) und schmerzfreien Kontrollpersonen. Dazu durchsuchten sie die Literaturdatenbanken PubMed, Cinahl, Psyc­Info, Embase und Central von Beginn an bis zum 21.02.2025.

Die Wissenschaftler schätzten die standardisierte mittlere Differenz (Hedges’ g) mittels Random-Effects-Modellen und bewerteten die Evidenz anhand des GRADE-Ansatzes (Grading of Recommendations Assessment, Development, and Evaluation). Das Bias-Risiko wurde mithilfe der JBI Critical Appraisal Checklist for Analytical Cross Sectional Studies bestimmt.

Sie schlossen 26 Studien (Teilnehmer: n=5572) ein. Im Vergleich zu schmerzfreien Kontrollpersonen schnitten Erwachsene mit CLBP bei Tests der kognitiven Exekutiven Funktionen (EF) schlechter ab (g 0,50; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,27–0,74; p<0,001; GRADE: sehr niedrig). Ebenso bei der allgemeinen Kognition (g -0,23; 95%-KI -0,43 bis -0,04; p=0,018; GRADE: niedrig), beim Gedächtnis (g -0,65; 95%-KI -0,90 bis -0,41; p<0,001; GRADE: sehr niedrig), bei motorischen Fähigkeiten (g 0,44; 95%-KI 0,25–0,64; p<0,001; GRADE: sehr niedrig) und bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit (g 0,27; 95%-KI 0,03–0,51; p=0,027; GRADE: sehr niedrig), jedoch nicht bei der Aufmerksamkeit (g -0,32; 95%-KI -1,29 bis 1,68; p=0,363; GRADE: sehr niedrig), Sprache (g -0,57; 95%-KI -4,27 bis 3,13; p=0,302; GRADE: sehr niedrig) und Wahrnehmung (g -0,19; 95%-KI -1,43 bis 1,05], p=0,584; GRADE: sehr niedrig).

Weiterhin waren CLBP mit einer schlechteren allgemeinen Kognition assoziiert sowie mit einer Verschlechterung von EF, Gedächtnis, motorischen Fähigkeiten und Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Evidenz war dafür aber sehr ungewiss. Dieser direkte Vergleich der kognitiven Funktionen bei Erwachsenen mit und ohne CLBP zeigt auf, dass eine Bewertung dieser Funktionen durchaus gerechtfertigt ist – auch wenn die zugrunde liegenden kausalen Mechanismen noch nicht abschließend geklärt sind.

(je)