Chronischer Tinnitus: Diagnose psychischer Komorbiditäten17. Oktober 2019 Doctor writing word TINNITUS with marker, Medical concept Bei Tinnitus-Patienten treten häufig psychische Komorbiditäten auf, deren Diagnostik für Interventionen und Therapieerfolg von Wichtigkeit ist. In diesem Zusammenhang ist die Auswahl geeigneter Fragebögen von entscheidender Bedeutung. Ziel der vorliegenden Studie von Tinnitus-Experten der Charité-Universitätsmedizin Berlin war die Untersuchung des ICD-10-Symptom-Ratings (ISR) für die Diagnostik psychologischer Komorbiditäten. In der Untersuchung wurden sowohl Tinnitusbelastung als auch psychische Komorbidität bei 311 Patienten mit chronischem Tinnitus untersucht, die eine intensive multimodale tinnitusspezifische Therapie über 7 Tage absolvierten. Zur Messung der Tinnitusbelastung wurde die deutsche Version des Tinnitus-Fragebogens (TF) eingesetzt. Psychische Komorbidität wurde mit dem ISR (Gesamtbelastung, depressives Syndrom, Angstsyndrom, Zwangssyndrom, somatoformes Syndrom, Ess-Störungssyndrom), Perceived Stress Questionnaire (PSQ: Gesamtwert für subjektive Stressbelastung, Anspannung, Sorgen, Freude und Anforderungen) sowie der Allgemeinen Depressionsskala (ADS) gemessen. Inzidenz psychischer Komorbiditäten bei Tinnitus stark erhöht Bei 65 % der Patienten bestanden psychische Komorbiditäten. Die Gesamtwerte des TF, ISR, PSQ und ADS zeigten signifikante Verbesserungen nach der Therapie. Zu Beginn der Therapie fanden sich signifikante Korrelationen der eingesetzten Messinstrumente, d. h., die Tinnitusbelastung konnte durch ISR-Gesamtbelastung, -Zwangssyndrom und PSQ-Anspannung vorhergesagt werden. Nach der Therapie wurde die reduzierte Tinnitusbelastung zusätzlich durch die ISR-Unterskalen Depression und Ess-Störungssyndrom vorhergesagt. Fazit der Autoren: Das ICD-10-Symptom-Rating ist ein geeignetes Instrument, um komorbide psychische Belastungen bei Patienten mit chronischem Tinnitus festzustellen und kurzfristige Therapieeffekte zu erfassen. Bei der Therapie des chronischen Tinnitus sollten stressbezogene Anspannung, depressives Erleben und nachteilige Bewältigungsstrategien, etwa durch fehlangepasstes Essverhalten, Berücksichtigung finden. (am)
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