Claudia Waskow ist neue Präsidentin des German Stem Cell Network23. September 2022 Prof. Dr. Claudia Waskow, Präsidentin des German Stem Cell Network (GSCN) | Quelle: Arne Sattler | Copyright: GSCN/Arne Sattler Auf der Jahrestagung des German Stem Cell Network (GSCN) in Münster ist Claudia Waskow, Forschungsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und Professorin für Immunologie des Alterns an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zur neuen Präsidentin des GSCN ernannt worden. In ihrer zweijährigen Amtszeit will sie die Vernetzung mit Forschenden in Europa und weltweit ausbauen, die Nachwuchsförderung des GSCN weiter stärken und Wissenschaftlerinnen mehr Sichtbarkeit verschaffen. Das deutsche Stammzellnetzwerk, German Stem Cell Network (GSCN), ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Stammzellbiologie arbeiten, die Plattform in Deutschland. Sie wurde 2013 von zwölf Stammzellforschern gegründet, mittlerweile gehören dem GSCN mehr als 400 Forschende sowie über 30 Forschungseinrichtungen und Unternehmen an. Prof. Dr. Claudia Waskow wurde auf der 10. Jahreskonferenz des GSCN vom 13. bis 16. September 2022 in Münster zur neuen Präsidentin ernannt. Die Immunologin, die am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) die Forschungsgruppe „Regeneration in der Hämatopoese: Immunologie des Alterns“ leitet und speziell blutbildende Stammzellen erforscht, übernimmt das Amt von Prof. Dr. Hans R. Schöler, Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Netzwerken hat herausragende Bedeutung für die Stammzellforschung „Das GSCN ist die einzige Organisation, die Stammzellforschende aller Fachrichtungen deutschlandweit vernetzt“, sagt Waskow. „Das ist von herausragender Bedeutung, denn die Stammzellbiologie ist ein Querschnittsgebiet, auf dem Forschende aus den verschiedensten Disziplinen arbeiten. Durch die jährlichen Meetings und andere Netzwerkformate ergeben sich fantastische Kooperationen. Das GSCN ist außerdem eine hervorragende Plattform, um den Dialog mit der Öffentlichkeit zu koordinieren und zu organisieren mit dem Ziel, über unsere Forschung zu informieren und aufzuklären – diese zentralen Aufgaben möchte ich als Präsidentin mitgestalten.“ Zweijährige Präsidentschaft: Internationale Kooperation voranbringen, Mentoring-Programm ausbauen, Forscherinnen fördern Für ihre zweijährige Amtszeit von 2022 bis 2024 setzt Waskow drei Schwerpunkte. An erster Stelle steht der Ausbau der Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene. „Mit regionalen Netzwerken wie dem Stammzellnetzwerk in Nordrhein-Westfalen arbeiten wir bereits sehr eng zusammen. Dies möchte ich auch für vergleichbare Organisationen in Europa anschieben“, sagt Waskow. Daneben wird das Mentoring-Programm, das vor einem Jahr mit fünf Mentees gestartet ist, im Fokus ihrer Präsidentschaft stehen. „Ich möchte das von meinen Kolleginnen und Kollegen Marieke Essers, Insa Schröder, Germán Camargo Ortega und Karin Höhne ins Leben gerufene Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausbauen.“ Außerdem will Waskow ihre Netzwerkaktivitäten intensivieren, um Forscherinnen zu fördern: „Ich will dazu beitragen, dass Frauen in der Stammzellforschung bei Stellenbesetzungen gleiche Chancen haben. Dazu gehört, dass die Sichtbarkeit von Frauen in der Stammzellforschung verstärkt wird.“ Waskow hat die Arbeit des GSCN bereits seit vielen Jahren mitgeprägt. Sie ist seit 2014 Teil des erweiterten Vorstands (Extended Board) und gehörte in den vergangenen zwei Jahren dem fünfköpfigen geschäftsführenden Vorstand (Executive Board) an. Gemeinsam mit dem Executive Board wird Waskow als Präsidentin die strategische Ausrichtung und die Aktivitäten des Netzwerks steuern, unterstützt von der Geschäftsstelle, die am Max Delbrück Center in Berlin angesiedelt ist. Stammzellforschung für gesundes Altern Am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI), das seit 2014 Mitglied im GSCN ist, werden unter anderem die grundlegenden Mechanismen der Regulation von Stammzellen erforscht. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, wie der Organismus entscheidet, ob hämatopoetische oder neuronale Stammzellen zu verschiedenen Zelltypen des Blutes beziehungsweise des Nervensystems ausdifferenzieren oder ob sich die Stammzellen selbst erneuern. „Das sind die großen Fragen, die uns Stammzellbiologen beschäftigen“, sagt Waskow. „Wenn man die Regulation versteht, könnte man die regenerativen Prozesse im Körper unterstützen, entweder durch Transplantation von Stammzellen oder indem man versucht, deren Regulation im Körper zu beeinflussen.“ Blutbildende Stammzellen und Immunstammzellen, die im Mittelpunkt von Waskows Forschung am FLI stehen, werden schon heute routinemäßig bei der Behandlung vieler hämatologischer Erkrankungen eingesetzt, um die lebenswichtige Blutbildung zu unterstützen.
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