Computergestützte Dermoskopie: Lediglich von geringer Sensitivität28. November 2018 © DOC RABE Media – fotolia.com Neue computergestützte Verfahren helfen Dermatologen bei der Früherkennung maligner Melanome und erweitern die diagnostischen Möglichkeiten.Die digitale dermatoskopische Analyse pigmentierter Läsionen der Haut hat über die Jahre zunehmend an Popularität gewonnen, obwohl, so die Autoren einer kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ veröffentlichten Studie, der klinische Nutzwert bislang nicht eindeutig sei. Unverzerrte und aussagekräftige Studien zur Effektivität kommerziell angebotener Bildgebungsysteme seien selten und von begrenzter Aussagekraft. In der aktuellen Studie untersuchen die Autoren die diagnostische Leistungsfähigkeit eines solchen Systems (Mole Analyzer) zur Untersuchung pigmentierter Läsionen bei Melanom-Verdacht. Im Rahmen der sich über 15 Jahre erstreckenden retrospektiven Analyse wurden histopathologische Befunde von 1076 biopsierten Läsionen aus 2500 per digitalem Bildgebungsverfahren erfassten pigmentierten Läsionen gesammelt. Die Biopsien wurden, basierend auf der histopathologischen Untersuchung, nach gutartig und bösartig (Malignes Melanom) kategorisiert. Die Werte des Analyzers (0-1,00) für die jeweiligen pigmentierten Hautläsionen wurden abgerufen und nach Übereinstimmung mit der Histopathologie klassifiziert. Bei einem optimierten Mindestwert von 0,50 erreichte das System eine Sensitivität von 56 % und eine Spezifität von 74 %. Der Bereich unterhalb der Grenzwertoptimierungskurve betrug 0,698, wodurch die Autoren das System als „wenig akkurat“ beurteilen. Die Autoren schränken die Aussagekraft ihrer Untersuchung aufgrund des retrospektiven und monozentrischen Studiendesigns ein, kommen aber zu dem Fazit, dass dieses computergestützte Bildgebungsverfahren bei der Diagnose Maligner Melanome nur eine geringe Sensitivität aufweist; Ärzte, die solche Systeme beim Screening verdachtserregender pigmentierter Hautläsionen anwenden, müssten aufgrund der so gemachten Befunde ‚kühne‘ klinische Beurteilungen treffen.
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