COPD ohne Tabakkonsum: Frauen erkranken weiterhin rund 50 Prozent häufiger als Männer13. Mai 2025 Abbildung: © Amparo Garcia/stock.adobe.com Die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie widerlegen die Annahme, dass eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Zigarettenrauch diese Ungleichheit zwischen den Geschlechtern die Ursache ist. Um die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Zigarettenrauch und Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu klären und frühere Schätzungen zur Prävalenz und den Auswirkungen von COPD zu aktualisieren, stützten sich die Forschenden auf eine große, landesweit repräsentative Umfrage unter US-amerikanischen Erwachsenen aus dem National Health Interview Survey (NHIS) von 2020. Die Befragten (12.638 Frauen und 10.390 Männer ab 40 Jahren) wurden zu ihrer Rauchervorgeschichte, den von ihnen konsumierten Tabakprodukten und auch zu Vaping befragt. Unter den Frauen ergab sich basierend auf den Antworten ein geringerer Konsum von brennbaren Tabakprodukten sowie rauchfreiem Tabak als bei Männern, während die Vaping-Häufigkeit bei den beiden Geschlechtern vergleichbar war. Die COPD-Prävalenz lag bei Frauen bei knapp acht Prozent und bei Männern bei 6,5 Prozent. Frauen mit COPD hatten häufiger niemals Zigaretten geraucht als Männer mit COPD (26,5% vs. knapp >14%) und konsumierten seltener andere Tabakprodukte außer E-Zigaretten (26,5% vs. 20%). Geringerer und kürzerer Konsum, aber höhere COPD-Prävalenz Rauchende Frauen konsumierten außerdem eine geringere Anzahl von Zigaretten pro Tag als Männer – im Durchschnitt etwa 18 gegenüber etwa 22 Zigaretten – und blickten auch auf einen kürzen Konsumzeitraum zurück. Auch begannen sie seltener als Männer mit dem Rauchen schon vor dem 15. Lebensjahr: Hier lagen die Anteile bei 19 beziehungsweise 28 Prozent. Und trotzdem war die COPD-Prävalenz bei Frauen, die irgendwann im Leben einmal regelmäßig geraucht hatten, höher als bei Männern: Die Studienautoren beziffern die Anteil auf 16 beziehungsweise 11,5 Prozent. Unter Frauen, die niemals geraucht hatten, erwies sich die COPD-Prävalenz als fast doppelt so hoch wie bei männlichen Nichtrauchern: Sie lag bei knapp über drei gegenüber knapp über 1,5 Prozent. In einer weiteren Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass das weibliche Geschlecht nach Berücksichtigung potenzieller Einflussfaktoren mit einem signifikant (47%) höheren Risiko für die Diagnose COPD verbunden war. Dieser geschlechtsspezifische Risikounterschied blieb unabhängig von der Rauchervorgeschichte bestehen: Unter Niemalsrauchenden war die Wahrscheinlichkeit für eine COPD-Diagnose bei Frauen um 62 Prozent höher, unter Rauchenden um 43 Prozent. Sind Frauen einfach empfindlicher für die negativen Effekte des Rauchens? Die Forschenden räumen ein, dass ihre Studie eher auf Selbstauskünften als auf objektiv erhobenen Daten beruhte. Zudem fehlten potenziell wichtige Informationen zu hormonellen Einflüssen, familiärer Vorbelastung oder Infektions-, Berufs- und Umweltbelastungen. Denn erklären die Autoren „Diese Ergebnisse sollten die Frage aufwerfen, ob die unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Tabakrauch der Hauptfaktor für die erhöhte COPD-Prävalenz unter Frauen in den USA ist. Wären Frauen anfälliger für die Auswirkungen des Rauchens, würden wir weder ein nahezu identisches Risiko pro zehn Packungsjahren erwarten, noch würden wir mit einem ähnlich erhöhten relativen Risiko bei Niemalsrauchern rechnen.“ Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss: „Unsere Ergebnisse präzisieren frühere Schätzungen zur COPD bei Personen ohne Rauchervorgeschichte und unterstreichen erneut die hohe COPD-Last bei Frauen, was die Notwendigkeit durchdachter Anstrengungen zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung ihrer Krankheit betont.“
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