COPD-Risiko sinkt durch kardiorespiratorische Fitness in mittleren Lebensjahren

© Flamingo Images – stock.adobe.com

Eine gute kardiorespiratorische Fitness in den mittleren Lebensjahren könne das COPD-Risiko verringern, erklären die Autoren einer kürzlich in „Thorax“ publizierten Arbeit.

Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness und sowohl neu auftretender COPD als auch der COPD-Mortalität bei erwerbstätigen Männern, die bis zu 46 Jahre lang nachbeobachtet wurden. So waren die die Forscher in der Lage, eine eventuelle umgekehrte Kausalität festzustellen.

An der Untersuchung nahmen Männer mittleren Alters (n=4730) teil; sie wurden 1970/1971 für die Studie rekrutiert. Die kardiorespiratorische Fitness wurde mittels Ergometertest als VO2max bestimmt. Kategorien der kardiorespiratorischen Fitness (gering, normal, hoch) wurden als ±1 Z-Score (±1 SD) über oder unter dem altersbereinigten Mittelwert definiert. Die Endpunkte (neu auftretende COPD, COPD-Mortalität) identifizierte man über nationale Register. Es wurden mehrfach angepasste Cox-Modelle und RMST-Analysen (restricted mean survival times) durchgeführt.

Verglichen mit einer geringen kardiorespiratorischen Fitness war das geschätzte COPD-Risiko bei Teilnehmern mit normaler (HR 0,79; 95%-KI 0,63–0,99) um 21% und bei hoher kardiorespiratorischer Fitness (HR 0,69; 95%-KI 0,52–0,91) um 31% geringer. Zudem fiel im Vergleich zu einer geringen kardiorespiratorischen Fitness das Risiko, an einer COPD zu versterben, bei Teilnehmern mit normaler kardiorespiratorischer Fitness 35% geringer aus (HR 0,65; 95%-KI 0,46–0,91) und bei Teilnehmern mit hoher kardiorespiratorischer Fitness um 62% geringer (HR 0,38; 95%-KI 0,23–0,61).

Die RMST-Analyse ergab eine Verzögerung einer neu auftretenden COPD und des Todes aufgrund einer COPD in der Größenordnung von 1,3–1,8 Jahren bei normaler und hoher kardiorespiratorischer Fitness im Vergleich zu einer geringen. Die Untersuchung auf einen umgekehrten kausalen Zusammenhang veränderte die Ergebnisse nicht.

Fazit
In einer Population gesunder Männer mittleren Alters war eine höhere kardiorespiratorische Fitness mit einem geringeren langfristigen Risiko für COPD-Vorfälle und den Tod durch COPD verbunden. (ac)

Autoren: Hansen GM et al.
Korrespondenz: Gorm Mørk Hansen; [email protected]
Studie: Midlife cardiorespiratory fitness and the long-term risk of chronic obstructive pulmonary disease
Quelle: Thorax 2019;74:843–848.
Web: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2018-212821