Coronatests: Fokussierung ja, Zwangsquarantäne nein27. August 2020 Foto: TanyaJoy – stock.adobe.com Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert die von den Gesundheitsministern von Bund und Ländern vorgesehene Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten, die frühestens nach fünf Tagen durch ein negatives Testergebnis beendet werden kann. „Es ist richtig, den Weg einer pauschalen Ausweitung der SARS-CoV-2-Infektionstests wieder zu verlassen. Die Corona-Tests müssen fokussiert und ausschließlich nach medizinischen, nicht nach politischen Kriterien angewandt werden“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Die Expertise und die Erfahrungen der niedergelassenen KollegInnen müssen unbedingt einbezogen werden“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister. Kritisch äußerten sich beide jedoch zur Quarantänepflicht für Einreisende aus einem Corona-Risikogebiet, die frühestens nach fünf Tagen durch ein negatives Testergebnis beendet werden darf. „Kein Mensch weiß, wann und wo sich jemand eventuell angesteckt hat. Folglich weiß auch niemand, wann der ideale Testzeitpunkt ist“, betonte KBV-Chef Dr. Gassen. „Letztlich bedeutet dies für jeden Rückkehrenden aus einem Risikogebiet, dass er mindestens fünf Tage zusätzlichen Urlaub nehmen muss oder aber als Selbständiger eine Woche ausfällt. Im Endeffekt würde dies eine Reisebeschränkung durch die Hintertür darstellen“, führte Hofmeister aus. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am 24. August für neue Vorgaben bei den Corona-Tests ausgesprochen. Bei der Einreise aus einem Corona-Risikogebiet soll grundsätzlich eine 14-tägige Quarantänepflicht bestehen. Die Quarantäne soll frühestens fünf Tage nach der Einreise durch ein negatives Testergebnis beendet werden können. Die Möglichkeit, sich bei der Einreise aus einem Nicht-Risikogebiet kostenlos testen zu lassen, soll beendet werden.
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