COVID-19-Antikörperwirkstoff COR-101: Herzstiftung begrüßt erste Tests an Erkrankten

Schematische Darstellung der Wirkweise des Antikörpers COR-101 gegen SARS-CoV-2. Bild: ©Stefan Dübel/CORAT Therapeutics GmbH

Der Antikörperwirkstoff COR-101 gegen Covid-19 wird seit dem 21. April 2021 an hospitalisierten Covid-19-Ernkrankten erprobt. Das gab das Universitätsklinikum Tübingen, das die klinische Studie koordiniert, bekannt.

Die Deutsche Herzstiftung hat die Entwicklung von COR-101 durch das Corona-Antikörper-Team (CORAT) mit dem Forschungsprojekt „Menschliche monoklonale Antikörper gegen SARS-CoV-2 zur Prophylaxe gegen COVID-19 – Unterstützung der Entwicklung“ mit 50.000 Euro unterstützt. Das Projekt wurde von Prof. Stefan Dübel, Leiter der Abteilung Biotechnologie der Technischen Universität Braunschweig, und seinem Kollegen Prof. Michael Hust initiiert.

„Wir gratulieren den CORAT-ForscherInnen zu diesem wichtigen Schritt der Erprobung des Antikörpermedikaments an ersten COVID-19-PatientInnen“, betont Prof. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Dies könne, so der Kardiologe, ein weiterer wichtiger Baustein in der Bekämpfung von SARS-CoV-2 werden. „Mit den ersten Tests deuten sich Perspektiven für eine klinische Anwendung an. Ob die Antikörpertherapie auch bei Herz-Kreislauf-PatientInnen wirkt, müssen die klinischen Tests noch zeigen.“

Der Wirkstoff COR-101 soll nach Informationen von CORAT die bereits in Deutschland eingesetzten Antikörperwirkstoffe ergänzen, die bei moderat bis schwer erkrankten COVID-19-PatientInnen wegen ihrer Nebenwirkungen bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf nicht eingesetzt werden dürfen. Im Frühling 2020 hatten die CORAT-ForscherInnen um Dübel und Hust mit vielen weiteren UnterstützerInnen den monoklonalen Antikörper COR-101 nach dem genetischen Bauplan, der DNA-Sequenz, von menschlichen Antikörpern, die der Blutbahn von Gesundeten entnommen wurden, nachgebaut.

„Diese Antikörper sind von Antikörpern unseres eigenen Körpers nicht zu unterscheiden, außer dass sie die Coronaviren blockieren können“, erklärt Dübel und betont: „COR-101 wurde speziell für PatientInnen mit einer moderaten bis schweren COVID-19-Erkrankung entwickelt.“ Die ersten PatientInnen wurden Ende April am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Helmut Salih mit dem neuartigen Antikörper-Wirkstoff im Rahmen einer Phase Ib/II-Studie behandelt. An fünf Studienzentren in Deutschland wird diese Studie nun durchgeführt und soll bei 45 hospitalisierten PatientInnen insbesondere die Sicherheit und Verträglichkeit, sowie die Wirksamkeit von COR-101 bewerten.

Auch könnte sich im Rahmen der klinischen Studie zeigen, ob COR-101 nicht nur den Heilungsprozess von akut COVID-19-Erkrankten unterstützen, sondern gerade auch Risikogruppen, die nicht hundertprozentig von einer Corona-Impfung profitieren können, vor einer Infektion schützen kann: Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Personen, heißt es von der Deutschen Herzstiftung. Die Gabe von Antikörpern könne deshalb eine wichtige therapeutische Ergänzung zur Impfung gegen COVID-19 sein.