COVID-19 bei Obstruktiver Schlafapnoe: Erhöhte Mortalität25. November 2022 HEERLEN (Biermann) – Mögliche Zusammenhänge zwischen COVID-19 und einer Obstruktiven Schlafapnoe haben niederländische Wissenschaftler untersucht und dabei festgestellt, dass sich die OSA-Prävalenz zwischen Patienten mit oder ohne COVID-19 nicht unterscheidet. Hingegen war bei Patienten mit OSA und paralleler COVID-19-Erkrankung die Mortalität erhöht und die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes länger. Daher, so betonen die Autoren, sollten OSA in COVID-19-Risikofaktoranalysen einbezogen werden und Ärzte sich des Zusammenhangs bewusst sein. Sie plädieren dafür, den zugrunde liegenden Mechanismus weiter zu untersuchen. Die Forschenden hatten retrospektiv klinische Daten aus den Krankenakten von Patienten erhoben (Zeitraum der Erhebung: 01.03.2020–16.05.2020). Bei insgesamt 723 Patienten wurde COVID-19 und bei 1161 Patienten eine Nicht-COVID-19-Erkrankung diagnostiziert. Die OSA-Prävalenz unterschied sich zwischen diesen Gruppen nicht (n=49 [6,8 %] vs. n=66 [5,7 %]; p=0,230). Bei Patienten mit COVID-19 war die Mortalität in der Gruppe von 49 Patienten mit OSA (n=17; 34,7 %) im Vergleich zu 674 COVID-19-Patienten ohne OSA (n=143; 21,2 %; p=0,028) erhöht. Dieses erhöhte Mortalitätsrisiko erwies sich bei COVID-19-Patienten mit OSA (OR 2,590; 95 %-KI 1,218–5,507) als unabhängig vom Body-Mass-Index, männlichem Geschlecht, Alter, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und obstruktiven Lungenerkrankungen. Das Vorhandensein einer OSA zum Zeitpunkt der COVID-19-Erkrankung war außerdem mit einer längeren Dauer des Krankenhausaufenthaltes verbunden (12,6±15,7 vs. 9,6±9,9 Tage; p=0,049). (ac) Autoren: Voncken SFJ et al. Korrespondenz: M. D. de Kruif; [email protected] Studie: Impact of obstructive sleep apnea on clinical outcomes in patients hospitalized with COVID-19 Quelle: Sleep Breath 2022;26(3):1399–1407. doi: 10.1007/s11325-021-02476-z