COVID-19 bei Obstruktiver Schlafapnoe: Erhöhte Mortalität

HEERLEN (Biermann) – Mögliche Zusammenhänge zwischen COVID-19 und einer Obstruktiven Schlafapnoe haben niederländische Wissenschaftler untersucht und dabei festgestellt, dass sich die OSA-Prä­valenz zwischen Patienten mit oder ohne COVID-19 nicht unterscheidet.

Hingegen war bei Patienten mit OSA und paralleler COVID-19-Erkrankung die Mortalität erhöht und die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes ­länger. Daher, so betonen die Autoren, sollten OSA in COVID-19-Risiko­faktoranalysen einbezogen werden und Ärzte sich des Zusammenhangs bewusst sein. Sie plädieren dafür, den zugrunde liegenden Mechanismus weiter zu untersuchen.

Die Forschenden hatten retro­spektiv klinische Daten aus den Krankenakten von Patienten erhoben (Zeitraum der Erhebung:  01.03.2020–16.05.2020). Bei insgesamt 723 Patien­ten wurde COVID-19 und bei 1161 Patienten eine Nicht-COVID-19-Erkrankung diagnostiziert. Die OSA-Prävalenz unterschied sich zwischen diesen Gruppen nicht (n=49 [6,8 %] vs. n=66 [5,7 %]; p=0,230). Bei Patienten mit COVID-19 war die Mortalität in der Gruppe von 49 Patienten mit OSA (n=17; 34,7 %) im Vergleich zu 674 COVID-19-Patienten ohne OSA (n=143; 21,2 %; p=0,028) erhöht. Dieses erhöhte Mortalitäts­risiko erwies sich bei COVID-19-­Patienten mit OSA (OR 2,590; 95 %-KI 1,218–5,507) als unabhängig vom Body-Mass-Index, männlichem Geschlecht, Alter, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und obstruktiven Lungenerkrankungen. Das Vorhandensein einer OSA zum Zeitpunkt der COVID-19-Erkrankung war außerdem mit einer längeren Dauer des Krankenhausaufenthaltes verbunden (12,6±15,7 vs. 9,6±9,9 Tage; p=0,049). (ac)

Autoren: Voncken SFJ et al.
Korrespondenz: M. D. de Kruif; [email protected]
Studie: Impact of obstructive sleep apnea on clinical outcomes in patients hospitalized with COVID-19
Quelle: Sleep Breath 2022;26(3):1399–1407.
doi: 10.1007/s11325-021-02476-z