COVID-19: CT eignet sich nicht als unabhängiges Screening-Tool10. Juni 2020 © Werner – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer retrospektiven monozentrischen Studie hat eine Gruppe chinesischer Forscher COVID-19-Patienten aus Zhuhai (China) darauf hin untersucht, ob es zwischen Manifestationen der Erkrankung bei der CT und der klinischen Klassifizierung einen Zusammenhang gibt. Ihr Ergebnis: Der Anteil der COVID-19-Patienten mit normalem Thorax-CT war relativ hoch (30,8%). Als unabhängiges Screening-Tool eigne sich die CT nicht, jedoch könne die quantitative CT-Analyse die klinische COVID-19-Klassifizierung widerspiegeln. Die 78 Patienten (38 Männer und 40 Frauen) waren in 3 Gruppen eingeteilt worden: solche mit leichter Erkrankung (minimale Symptome, negative CT-Befunde; n=24; 30,8%), Patienten mit „normaler“ Erkrankung (n=46; 59%) und Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung (Patienten mit positivem CT-Befund und klinischen Manifestationen unterschiedlichen Ausmaßes; n=8; 10,2%). Die visuelle quantitative Bewertung der CT-Scans basierte auf der Gesamtheit akuter entzündlicher Lungenläsionen je Lobulus und wurde mit 0 (0%), 1 (1–25%), 2 (26–50%), 3 (51–75%) oder 4 (76–100%) angegeben. Der Gesamtschweregrad (TSS) wurde durch Summieren der Werte für die 5 Lobuli errechnet. Die Wissenschaftler ermittelten, inwieweit die Beurteilungen der 2 beteiligten Prüfer übereinstimmten und verglichen den TSS mit der klinischen Einteilung der Patienten. Zur Überprüfung der Eignung der TSS für die Diagnosestellung bei Patienten mit der schwersten Form der Erkrankung verwendeten die Studienautoren ROC. Der mediane TSS der Patienten mit schwerer Erkrankung war signifikant höher als bei Patienten der Kategorie 2 (p<0,001). Der Intraklassen-Korrelationskoeffizient der beiden Prüfer lag bei 0,976 (95%-KI 0,962–0,985). Die ROC-Analyse zeigte, dass die AUC von TSS zur Diagnose von Erkrankungen des schweren Typs 0,918 betrug. Der TSS-Cutoff von 7,5 hatte eine Sensitivität von 82,6% und eine Spezifität von 100%. Fazit Der Anteil der COVID-19-Patienten mit normalem Thorax-CT war in der Unteruschung relativ hoch. Als unabhängiges Screening-Tool eigne sich die CT nicht, jedoch könne die quantitative CT-Analyse die klinische COVID-19-Klassifizierung widerspiegeln, so die Autoren. (ac) Autoren: Li K et al. Korrespondenz: Shaolin Li; [email protected] Studie: CT image visual quantitative evaluation and clinical classification of coronavirus disease (COVID-19) Quelle: Eur Radiol 2020 Mar 25 [Epub ahead of print]. Web: https://doi.org/10.1007/s00330-020-06817-6