COVID-19: Für ältere Intensivpatienten gefährlicher als andere Pneumonien9. Februar 2023 Foto: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse, die im „Journal of the American Geriatrics Society“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass COVID-19 bei älteren Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation schwerer verläuft als eine bakterielle oder andere virale Lungenentzündung. Fortgeschrittenes Alter stellt einen der größten Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf und die damit verbundene Sterblichkeit dar. Eine Forschungsgruppe des niederländischen COVID-19-Research-Konsortiums verglich nun bei Menschen im Alter von 70 Jahren oder älter die Krankenhaussterblichkeit aufgrund einer COVID-19-Pneumonie mit jener, die durch andere Erreger ausgelöst wird. In der beobachteten Kohorte führte eine COVID-19-Pneumonie zu einer etwa doppelt so hohen Krankenhausmortalität im Vergleich zu anderen bakteriellen oder viralen Lungenentzündungen. Die Ergebnisse beruhen auf der retrospektiven Datenauswertung von 11.525 Patienten, die im Alter von mindestens 70 Jahren mit einer Pneumonie auf eine niederländische Intensivstation eingeliefert wurden. Konkret verglichen die Forschenden 5094 COVID-19-Patienten im Zeitraum 1. März 2020 bis 1. Januar 2022 mit jenen Patienten, die aufgrund einer bakteriellen (n=5334) oder anderen viralen Pneumonie (n=1312) auf einer Intensivstation behandelt werden mussten. Die Vergleichsgruppen teilten sie dabei in eine historische Kohorte (1. Januar 2017 bis 1. Januar 2020) und eine zeitgleiche Kohorte (1. März 2020 bis 1. Januar 2022) ein. Für COVID-19-Patienten betrugen die Sterblichkeitsraten auf der Intensivstation bzw. im Krankenhaus 39,7 Prozent bzw. 47,6 Prozent. Sowohl in den historischen als auch in den zeitgleichen Vergleichsgruppen lagen die Mortalitätsraten auf der Intensivstation und im Krankenhaus weit darunter. (Bakterielle Pneumonie historische Kohorte: 19,5 % bzw. 28,6 %; zeitgleiche Kohorte: 19,1 % bzw. 28,8 %. Virale Pneumonie historische Kohorte: 20,7 % bzw. 28,9 %; zeitgleiche Kohorte: 22,7 % bzw. 31,8 %). Die Unterschiede blieben auch nach Anpassung für verschiedene klinische Merkmale und die Belegungsrate der Intensivstation bestehen. „Unsere Ergebnisse liefern wichtige zusätzliche Daten, die in Diskussionen über die Behandlungsziele einbezogen werden können“, sagt die korrespondierende Autorin Dr. Lenneke E. M. Haas vom Diakonessenhuis in den Niederlanden. (ah)
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