COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft ist nicht mit einem erhöhten Risiko für Neugeborene verbunden

Foto: © New-Africa/stock.adobe.com

Die bisher größte Studie untersucht die Sicherheit von Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft gegen mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 geimpft wurden. Das Ergebnis: Für Babys gibt es kein erhöhtes Risiko für neonatale Komplikationen.

Eine Studie mit fast 200.000 Neugeborenen in Schweden und Norwegen zeigte, dass Babys von Frauen, die sich für eine Impfung entschieden hatten, seltener schwere Komplikationen, einschließlich des Todes, erleiden. Bei Babys, deren Mütter geimpft waren, war die Sterblichkeitsrate nur halb so hoch. Die Studie ist eine Zusammenarbeit zwischen schwedischen und norwegischen Forschern und wurde in der Zeitschrift „JAMA“ veröffentlicht.

„Wir haben mehrere Versuche unternommen, diesen Befund zu erklären. Eine direkte Impfwirkung ist unwahrscheinlich. Frühere Studien haben gezeigt, dass der Impfstoff die Plazenta nicht passiert und nicht im Nabelschnurblut gefunden werden kann“, sagt Mikael Norman, Professor für Pädiatrie und Neonatologie am Department of Clinical Science, Intervention and Technology des Karolinska Institutet, Schweden.

Stattdessen haben die Forscher mehrere Hintergrundfaktoren berücksichtigt, die in den beiden Frauengruppen ungleich verteilt waren. Außerdem führten sie sieben verschiedene Untergruppenanalysen von Frauen und Neugeborenen durch. „Egal wie wir es betrachten, der Befund bleibt bestehen und daher können wir nicht sagen, womit das geringere Sterberisiko bei Säuglingen geimpfter Frauen zusammenhängt“, sagt Norman.

Die Forscher nutzten nationale Register in beiden Ländern und schlossen 98 Prozent aller Neugeborenen von Frauen ein, die nach Verfügbarkeit der Impfstoffe schwanger wurden. In die Studie wurden alle Geburten ab der 22. Schwangerschaftswoche einbezogen. Das erste Baby wurde im Juni 2021 und das letzte im Januar 2023 geboren. Alle Babys wurden mindestens einen Monat lang oder solange sie auf einer Neugeborenen-Station aufgenommen wurden, nachbeobachtet.

Insgesamt umfasste die Studie 196.470 Neugeborene, bei denen 48 Prozent der Mütter mit einer oder mehreren Dosen eines mRNA-Impfstoffs gegen COVID-19 geimpft worden waren. Fast 80 Prozent hatten den Pfizer/Biontech-Impfstoff erhalten und knapp über 20 Prozent den Impfstoff von Moderna. Neben einer geringeren Säuglingssterblichkeit stellten die Forscher bei Säuglingen geimpfter Mütter auch ein deutlich geringeres Risiko für zwei weitere schwerwiegende Komplikationen fest. Insgesamt wurden fünfzehn Komplikationen und Zustände bei Neugeborenen untersucht.

„Wir sahen bei den Neugeborenen der Geimpften eine geringere Rate an Hirnblutungen und Hypoxie-ischämischen Zuständen des Gehirns als bei den Babys der Ungeimpften in der Schwangerschaft, während sich die Häufigkeit anderer Blutungen, Blutgerinnsel oder Entzündungen in verschiedenen Organsystemen zwischen den Gruppen nicht unterschied“, berichtet Norman. Auch wenn die Pandemie vorbei sei, seien die Studie und die Ergebnisse von großer Bedeutung für beratende Ärzte, Empfehlungen gebende Behörden und vor allem für alle, die in Zukunft schwanger werden, fügt Norman hinzu.

„COVID-19 ist immer noch in der Gesellschaft präsent und wird uns wahrscheinlich noch lange beschäftigen müssen. Es ist daher sehr wichtig für die hunderttausend Frauen, die jedes Jahr in Schweden schwanger werden, und für die 130 Millionen auf der Welt, zu wissen, dass die Impfung mit mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 für ihre Babys sicher ist. Wir haben keine erhöhten Risiken festgestellt, wenn überhaupt, Säuglinge geimpfter Frauen hatten ein geringeres Risiko für einige schwere Folgen.“

Die Forschung wurde hauptsächlich von der Region Stockholm und dem Karolinska Institutet, der Childhood Foundation des Schwedischen Freimaurerordens, NordForsk und dem Norwegischen Forschungsrat finanziert. Die Forscher geben an, dass keine Interessenkonflikte bestehen.