COVID-19-Pandemie: Hohe Raten psychischer Störungen bei Schwangeren12. Januar 2022 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Schwangerschaft ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben einer Frau, kann aber zu psychischer Labilität führen. Von mehreren Risikofaktoren, zum Beispiel Katastrophen und negativen Ereignissen, konnte bereits gezeigt werden, dass sie mit einer höheren Prävalenz für psychische Störungen während der Schwangerschaft korrelieren. Prof. Deha Denizhan Keskin von der Ordu Universität (Türkei) und seine Kollegen wollten nun herausfinden, wie sehr schwangere Frauen von der COVID-19-Pandemie betroffen waren. Die Studienergebnisse veranschaulichen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Schwangeren. Es zeigten sich hohe Raten von Angstzuständen, Depression, Hoffnungslosigkeit und Schläfrigkeit. Die Forschenden führten ihre Querschnittsstudie vom 1. Februar bis 1. März 2021 durch und nahmen 356 Schwangere in die Studie auf. Zur Feststellung von psychischen Störungen zogen sie die Absicht sich in ein Krankenhaus zu begeben, das Beck-Angst-Inventar, das Beck-Depressions-Inventar, die Beck-Hoffnungslosigkeits-Skala und die Epworth-Schläfrigkeitsskala heran. Für die Studienteilnehmerinnen betrugen die Skalenwerte für Angst, Depression, Hoffnungslosigkeit und Schläfrigkeit 29,2%, 36,2%, 58,1% bzw. 11,8%. Die Schwangeren gaben sogar an, in ihnen als unnötig erscheinenden Situationen einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden. Sie folgten laut den Wissenschaftlern demnach den behördlichen Aufrufen, zu Hause zu bleiben. Die Frauen gaben aber auch an, dass sie die möglichen schädlichen Auswirkungen einer unzureichenden ärztlichen Kontrolle befürchten. Die meisten von ihnen gaben jedoch an, dass sie in Notfällen ins Krankenhaus gehen würden. Fazit Die Studienergebnisse veranschaulichen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Schwangeren. Es zeigten sich hohe Raten von Angstzuständen, Depression, Hoffnungslosigkeit und Schläfrigkeit. Da das Vorhandensein psychischer Störungen indirekt mit schlechten Schwangerschaftsergebnissen zusammenhängt, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass schon während der COVID-19-Pandemie präventive Strategien entwickelt werden sollten. (sh) Autoren: Keskin DD et al. Korrespondenz: Deha Keskin; [email protected] Studie: Mental disorders among pregnant women during the COVID-19 pandemic. A cross-sectional study Quelle: Sao Paulo Med J 2021;S1516-31802021005021202. Web: https://doi.org/10.1590/1516-3180.2021.0356.27052021
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Krisen im Gesundheitssystem früher erkennen mit KI" Krisen im Gesundheitssystem früher erkennen mit KI Welche Kliniken könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie viele Intensivbetten oder Medikamente sind verfügbar? Antworten auf solche Fragen sollen künftig schneller gefunden und aktualisiert werden, um Krisen im Gesundheitssystem früher […]
Mehr erfahren zu: "Mehr Schwerverletzte nach gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Stichwaffen" Mehr Schwerverletzte nach gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Stichwaffen Laut einer Analyse aus dem TraumaRegister DGU® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie nimmt die Anzahl Schwerverletzter aufgrund von Stichwaffen auf einem insgesamt niedrigem Niveau zu.