COVID-19: Steigende Fallzahlen, aber keine akute Überlastung des Gesundheitswesens3. August 2020 Foto: © Aris Suwanmalee/Adobe Stock Viele kleine Infektionsherde, steigende Fallzahlen, unklare Infektionsketten – diese Faktoren geben Grund zur Sorge vor einer zweiten Pandemiewelle. Ein Anlass für übereilte politische Maßnahmen, um eine drohende Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, besteht nach Ansicht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) jedoch derzeit nicht. Das Zi verweist dazu auf seinen Frühindikator zur Pandemieentwicklung. „Die effektive Vorwarnzeit bis zur potenziellen Überlastung des Gesundheitswesens, bei der auch der Zeitbedarf zur Umsetzung von Maßnahmen des Pandemiemanagements berücksichtigt wird, beträgt aktuell 73 Tage. Die medizinische Versorgung ist durch die aktuelle Entwicklung daher noch nicht betroffen. Gegenüber Anfang Juli gibt es hier kaum Veränderungen“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Als effektive Vorwarnzeit wird der Zeitraum berechnet, der bei einer gegebenen Ausbreitung der Infektionen bis zur voraussichtlichen Überlastung des Gesundheitswesens bleibt. Berücksichtigt wird bereits der Zeitbedarf zur Umsetzung von Maßnahmen des Pandemiemanagements. Das Zi veröffentlicht den Frühwarnindikator auf einer täglich aktualisierten Internetseite, dem Zi-COVID-19-Dashboard. Zum Zeitpunkt der Lockerungsbeschlüsse Anfang Mai lag die effektive Vorwarnzeit bei etwa 76 Tagen und stieg im Juni bis auf 110 Tage. In den vergangenen Wochen ist der Indikator laut Zi wieder leicht rückläufig. Die geltenden Hygieneregeln sollten nach Ansicht des Zi daher unbedingt ernst genommen und eingehalten werden. Sorge vor Praxisbesuchen müsse man aber dank ausgereifter Hygienekonzepte der Praxen nicht haben. Der Frühindikator des Zi berücksichtigt die aktuelle Veröffentlichung zur intensivmedizinischen Behandlung von COVID-19-Patienten in Deutschland und nutzt zur täglichen Aktualisierung die Fallzahlmeldungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie die aktuelle Auslastung der Intensivstationen des DIVI-Registers. Neuerdings geht das Zi nun von einem Anteil intensivmedizinisch zu behandelnder Patienten von 7,5 Prozent und einer Verweildauer von 10 Tagen aus. Demnach würden 25 Prozent der intensivmedizinischen Kapazitäten für COVID-19-Patienten benötigt, wenn die Anzahl täglicher Neuinfektionen kontinuierlich über 11.000 liegt. Zudem geht das Zi davon aus, dass weiterhin etwa sechs von sieben COVID-19-Patienten ausschließlich ambulant betreut werden können. Eine ausführliche Darstellung des Zi zur Methodik des Frühindikators gibt es hier.
Mehr erfahren zu: "Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten" Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten Anlässlich des Welttages der vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30. Januar hat das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ausgewählte Forschungsthemen vorgestellt – so auch zu den Erkrankungen Onchozerkose und Loiasis, die die […]
Mehr erfahren zu: "Krebs durch Impfung: Was hinter dieser Falschmeldung steckt" Krebs durch Impfung: Was hinter dieser Falschmeldung steckt Impfgegner sind auch nach der Corona-Pandemie in sozialen Netzwerken unterwegs. Sie warnen vor angeblich schwersten Nebenwirkungen und sprechen von „Turbokrebs“. Wie belastbar sind diese Behauptungen?
Mehr erfahren zu: "Hochdosiertes iNO bei bakterieller Pneumonie: Präklinische Evidenz und erste Sicherheitsdaten" Hochdosiertes iNO bei bakterieller Pneumonie: Präklinische Evidenz und erste Sicherheitsdaten Angesichts steigender Antibiotikaresistenzen werden händeringend therapeutische Alternativen mit antibakterieller Wirkung gesucht. Erste Versuche deuten auf hochdosiertes Stickstoffmonoxid (NO) als mögliche adjuvante Option zur Behandlung einer schweren Pseudomonas-aeruginosa-Pneumonie.