COVID-19: Weniger Hospitalisierungen nach Impfung24. Februar 2022 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer Fall-Kontroll-Analyse hat sich gezeigt, dass wegen COVID-19 Hospitalisierte weniger wahrscheinlich mit einem mRNA-Vakzin geimpft waren. Zur Analyse zogen die Forschenden Daten zu maschineller Beatmung und Tod von Betroffenen aus einem Zeitraum von 28 Krankenhaustagen heran. An der Erhebung nahmen 21 Behandlungszentren in den USA teil. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerteten Assoziationen zwischen einer vorherigen Impfung und einem Krankenhausaufenthalt. Dabei wurden Personen, die aufgrund von COVID-19 eingewiesen wurden, als Fälle betrachtet, und solche mit einem anderen Hospitalisierungsgrund als Kontrollen. Außerdem beurteilt wurde der Krankheitsprogress bei Patientinnen und Patienten, die wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren und bei denen es zu einer maschinellen Beatmung oder zum Tod kam bzw. nicht kam. Assoziationen wurden mit multivariabler logistischer Regression ermittelt. Die Hospitalisierten (Fälle: n=1983; Kontrollen: n=2530) waren im Mittel 59 Jahre alt (Interquartilsabstand [IQR] 45–69), 2202 von ihnen (48,8%) waren Frauen. Bei 23% handelte es sich um Schwarze ohne hispanischen Abstammungshintergrund, während 15,9% eine hispanische Abstammung hatten. An einer Erkrankung mit Immunsuppression litten 20,1% der in die Studie eingeschlossenen Personen. Ungeimpft waren 84,2% (1669/1983) der wegen COVID-19 eingelieferten Personen. Die Forschenden errechneten, dass eine Hospitalisierung wegen COVID-19 signifikant mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit dafür verbunden war, dass es sich bei der oder dem Betreffenden um eine geimpfte Person handelt (Fälle: 15,8% vs. Kontrollen: 54,8%; adjustierte OR [aOR] 0,15; 95%-KI 0,13–0,18). Für die SARS-CoV-2-Variante Alpha machten die Forschenden Anteile von 8,7% vs. 51,7% aus (aOR 0,10; 95%-KI 0,06–0,16) und für die Delta-Mutation 21,9% vs. 61,8% (aOR 0,14; 95%-KI 0,10–0,21). Dieser Zusammenhang war bei immunkompetenten Personen (11,2% vs. 53,5%; aOR 0,10; 95%-KI 0,09–0,13) stärker als bei immungeschwächten (40,1% vs. 58,8%; aOR 0,49; 95%-KI 0,35–0,69; p<0,001) und schwächer bei einem Zeitraum von >120 Tagen seit einer Impfung mit BNT162b2 (BioNTech/Pfizer; 5,8% vs. 11,5%; aOR 0,36; 95%-KI 0,27–0,49) als mit mRNA-1273 (Moderna; 1,9% vs. 8,3%; aOR 0,15; 95%-KI 0,09–0,23; p<0,001). Bei 1197 Patientinnen und Patienten, die wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, war laut der publizierenden Arbeitsgruppe das Eintreten des Todes oder die Notwendigkeit einer invasiven maschinellen Beatmung bis zum 28. Tag mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit dafür verbunden, dass die Betreffenden gegen COVID-19 geimpft waren (12,0% vs. 24,7%; aOR 0,33; 95%-KI 0,19–0,58). Fazit Wegen COVID-19 Hospitalisierte waren in der Fall-Kontroll-Analyse weniger wahrscheinlich mit einem mRNA-Vakzin geimpft. (ac) Autoren: Tenforde MW et al. Korrespondenz: Mark W. Tenforde; [email protected] Studie: Association Between mRNA Vaccination and COVID-19 Hospitalization and Disease Severity Quelle: JAMA 2021;326(20):2043–2054. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2021.19499