Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? 14. Oktober 2026 Symbolbild Corneales Crosslinking Foto: @Tomasz – stock.adobe.com Korneales Crosslinking (CXL) in Kombination mit transepithelialer phototherapeutischer Keratektomie (PTK) oder topografiegesteuerter photorefraktiver Keratektomie (TG-PRK) zeigte sich in der Keratokonustherapie als sicher und wirksam. Bei der Auswahl der Methode sollten jedoch einige Parameter beachtet werden, wie eine aktuelle Studie aus Portugal zeigt. Die Behandlung bei Keratokonus zielt zum einen auf das Aufhalten der Erkrankungsprogression und zum anderen auf eine Verbesserung der Refraktion ab. Hierzu existieren verschiedene Verfahren, die in Ergänzung zum CXL eingesetzt werden können. Eine in der Fachzeitschrift „Cornea” publizierte retrospektive longitudinale Fall-Kontroll-Studie verglich deshalb die verschiedenen Methoden im Hinblick auf Sicherheit, Wirksamkeit und Sehverbesserung. Keratokonus: PTK-CXL und TG-PRK-CXL im Vergleich Eingeschlossen wurden Patienten mit progressivem Keratokonus. Die Teilnehmenden wurden je nach Ausgangs-Pachymetrie und korrigiertem Fernvisus (CDVA) entweder dem PTK-CXL-Protokoll oder dem kombinierten PTK- und TG-PRK-plus-CXL-Protokoll (PRK-CXL) zugeteilt. Die Nachbeobachtungszeit betrug mindestens zwölf Monate und maximal drei Jahre. Insgesamt wurden 120 Augen von 120 Patienten eingeschlossen. Von diesen wurden 51,7 Prozent (n = 62) der PTK-CXL-Gruppe und 48,3 Prozent (n = 58) der PRK-CXL-Gruppe zugeordnet. Die Ausgangsmerkmale waren zwischen den Gruppen ähnlich. Die einzige Ausnahme stellten der logMAR-Fernvisus (PTK-CXL: 0,36 ± 0,24; PRK-CXL: 0,47 ± 0,21; P = 0,025) sowie die Pachymetrie an der dünnsten Hornhautstelle (PTK-CXL: 436,58 ± 37,09 μm; PRK-CXL: 460,83 ± 21,90 μm; P = 0,002) dar. Unterschiede für Kmax im Verlauf der Nachbeobachtungszeit Der Fernvisus verbesserte sich erwartungsgemäß in beiden Gruppen signifikant und ohne Unterschiede zwischen diesen. Für die mittlere Verbesserung zwischen Ausgangswert und letzter Nachuntersuchung ergab sich jedoch ein höherer Wert in der PRK-CXL-Gruppe (PTK-CXL: -0,12 ± 0,19; PRK-CXL: -0,24 ± 0,22; P = 0,015). Bei der maximalen Keratometrie zeigte sich hingegen ein deutlicher Unterschied im Verlauf. In der PTK-CXL-Gruppe blieb sie stabil (Ausgangswert: 60,82 ± 6,94 dpt; nach 1 Jahr: 60,82 ± 8,05 dpt; P = 0,993), während sie sich in der PRK-CXL-Gruppe abflachte (Ausgangswert: 59,05 ± 5,97 dpt; nach 1 Jahr: 54,45 ± 5,88 dpt; P < 0,001). Die Gesamtaberrationen sowie die Aberrationen höherer Ordnung verbesserten sich in beiden Gruppen. Sphärische Aberration und Koma verbesserten sich hingegen nur nach PRK-CXL. Alle tomografischen Merkmale blieben über die gesamte Nachbeobachtungszeit stabil. Beide Methoden zeigten sich wirksam und sicher Beide Protokolle erwiesen sich als sicher und wirksam, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und eine Sehverbesserung zu erzielen. Das TG-PRK-plus-CXL-Protokoll führte dabei zu einer stärkeren Abflachung der Hornhaut, einer größeren Sehverbesserung und geringeren Hornhautaberrationen. Die Studienautoren empfehlen daher die kombinierte TG-PRK plus CXL bei progressivem Keratokonus und ausreichender Hornhautdicke. PTK-CXL sollte dagegen Patienten mit besserer Sehschärfe oder dünnerer Hornhaut vorbehalten bleiben. (ak/BIERMANN)
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