ctDNA weist schon zwei Jahre vor Diagnose auf kolorektales Karzinom hin22. Dezember 2023 Foto: © Steffen Kögler – stock.adobe.com Auf zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) basierende Marker für Darmkrebs können offenbar schon 2 Jahre vor der klinischen Diagnose eines kolorektalen Karzinoms im Blut nachgewiesen werden. Das zeigt die Analyse einer unselektierten Population von Personen, wie man sie auch im Setting des Darmkrebs-Screening-Programms findet. Darmkrebs wird häufig erst diagnostiziert, wenn er sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Um kolorektale Karzinome früher zu entdecken, wurde vorgeschlagen, ctDNA als diagnostischen Biomarker zu benutzen. Aber als Screening-Instrument wurde ctDNA vorwiegend in ausgewählten Populationen zum Zeitpunkt der klinischen Diagnose untersucht. In einer Fall-Kontroll-Studie untersuchten Siv S. Brenne vom Krankenhaus Levanger, Norwegen, und ihre Kollegen, ob methylierte ctDNA-Marker bis zu 2 Jahre vor der Diagnose ein kolorektales Karzinom nachweisen können. Analysiert wurden die Marker in Plasmaproben von 106 gesunden Kontrollen und 106 Patienten, bei denen innerhalb von 24 Monaten nach ihrer Teilnahme an der Trøndelag Health Study Darmkrebs diagnostiziert worden war. Die spezifischsten Einzelmarker waren BMP3, FLI1, IKZF1, SFRP1, SFRP2, NPTX2, SLC8A1 und VIM. Ihre Spezifität lag bei >70%. Kombinierte man diese Marker in einem Panel, wurde eine Darmkrebs-Sensitivität von 43% (95%-KI 42,7-43,4) und eine Darmkrebs-Spezifität von 86% (95%-KI 85,7-86,2) erreicht. Diese Ergebnisse konnten in einem unabhängigen Satz von Plasmaproben repliziert werden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass einige Patienten mit kolorektalen Karzinomen früher erkannt werden könnten, wenn der Nachweis von ctDNA Teil des Darmkrebs-Screening-Programms wäre. (nec)
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