Dänische Studie: Gesamtsterblichkeit trotz kardiovaskulärem Screening unverändert20. Januar 2023 © Thurstan Hinrichsen/peopleimages.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Kontrastfreie elektrokardiographische Computertomographie zur Bestimmung des Koronararterienkalk-Scores und zur Erkennung von Aneurysmen und Vorhofflimmern; Messung des Knöchel-Arm-Indexes zur Erkennung von peripheren Arterienerkrankungen und Bluthochdruck; eine Blutprobe zur Erkennung von Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie: all dies führte die DANCAVASStudiengruppe um Jes S. Lindholt vom Universitätsklinikum Odense (Dänemark) bei >10.000 eingeladenen Männern im Alter zwischen 65 und 74 Jahren aus Dänemark durch. Doch auch nach 5 Jahren hatten diese Maßnahmen im Vergleich zur Kontrollgruppe, bei denen das ausführliche kardiovaskuläre Screening nicht durchgeführt wurde, keinen statistisch signifikanten Effekt auf das primäre Ergebnis – die Gesamtsterblichkeit. Lintholt et al. randomisierten insgesamt 46.611 Teilnehmer aus 15 dänischen Gemeinden. Nach Ausschluss von 85 Männern, die vor der Einladung zum Screening verstorben oder ausgewandert waren, befanden sich 16.736 Männer in der eingeladenen Gruppe und 29.790 Männer in der Kontrollgruppe. In der eingeladenen Gruppe unterzogen sich 10.471 der Männer dem Screening (62,6%). Die Randomisierung erfolgte auf der Grundlage computergenerierter Zufallszahlen und war nach Gemeinden geschichtet. Nur die Kontrollgruppe erfuhr nicht, welcher Studiengruppe sie zugeordnet war. In Intention-to-treat-Analysen waren nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 5,6 Jahren 2106 Männer (12,6%) in der eingeladenen Gruppe und 3915 Männer (13,1%) in der Kontrollgruppe verstorben (HR 0,95; 95%-KI 0,90–1,00; p=0,06). Die HR für Schlaganfall betrug in der eingeladenen Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe 0,93 (95%-KI 0,86–0,99), für Herzinfarkt 0,91 (95%-KI 0,81–1,03), für Aortendissektion 0,95 (95%-KI 0,61–1,49), und für Aortenruptur 0,81 (95%-KI 0,49–1,35). Bei den Sicherheitsergebnissen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Studienautoren sind der Ansicht, dass eine längere Nachbeobachtung benötigt wird, um den Screeningeffekt abschließend beurteilen zu können, wie sie im „New England Journal of Medicine“ erklären. Fazit Nach mehr als 5 Jahren hatte die Aufforderung zu einem umfassenden kardiovaskulären Screening bei Männern im Alter von 65 bis 74 Jahren keine signifikante Verringerung der Häufigkeit von Todesfällen jeglicher Ursache zur Folge. (ah) Autoren: Lindholt JS et al. Korrespondenz: Jes Lindholt; [email protected] Studie: Five-Year Outcomes of the Danish Cardiovascular Screening (DANCAVAS) Trial Quelle: N Engl J Med 2022;387(15):1385–1394. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2208681
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