Darmkrebs-Früherkennung und Prävention zur Verringerung der Sterblichkeit28. März 2025 © appledesign – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Vorsorgekoloskopie, die alle 10 Jahre empfohlen wird, senkt die KRK-Sterblichkeit durch die Früherkennung von prävalenten, aber noch nicht diagnostiziertem KRK sowie durch die Entfernung von Vorläuferläsionen. Ziel einer Studie Heidelberger Wissenschaftler um Prof. Hermann Brenner war es, den relativen Beitrag beider Komponenten zur Senkung der KRK-Gesamtmortalität im Laufe der Zeit zu bewerten. Mithilfe eines validierten Multistate-Markov-Modells simulierten die Forscher hypothetische Kohorten von 100.000 Personen im Alter von 55–64 Jahren mit und ohne Screening zu Beginn der Studie. Zu den wichtigsten Outcomes gehörten die Zahl der verhinderten KRK-Todesfälle aufgrund eines (asymptomatischen) Darmkrebses, der bereits bei Studienbeginn vorhanden war, und aufgrund eines neu entwickelten Darmkrebses während der 15-jährigen Nachbeobachtungszeit sowie das Verhältnis der Sterblichkeitsraten von gescreenten und nichtgescreenten Gruppen. Die Früherkennung prävalenter Fälle machte 52, 30 bzw. 18% der durch die Screening-Koloskopie verhinderten Todesfälle innerhalb von 5, 10 bzw. 15 Jahren aus. Dabei wurde die relative Verringerung der Mortalität für die Sterblichkeit aufgrund inzidenter Krebserkrankungen als viel größer eingeschätzt als für die Sterblichkeit an prävalenten, bei der Screening-Endoskopie früh entdeckten Krebserkrankungen, und für die KRK-Gesamtsterblichkeit (d.h. 88 vs. 67 bzw. 79% ≤10 Jahre nach dem Screening). Fazit Aus diesen Resultaten lässt sich ableiten, dass die Senkung der Sterblichkeitsrate bei Darmkrebs hauptsächlich auf die frühzeitige Erkennung von Krebserkrankungen in den ersten Jahren nach der Screening-Koloskopie zurückzuführen ist. Auf lange Sicht ist allerdings die Vermeidung des Auftretens inzidenter KRK für den Großteil verhinderter Todesfälle verantwortlich. Die Prävention von neuauftretenden Fällen führt zu einer anhaltend starken Senkung der Darmkrebssterblichkeit, was laut den Autoren eine Verlängerung der Screening-Intervalle rechtfertigen könnte. (bi) Autoren: Heisser T et al. Korrespondenz: Michael Hoffmeister; [email protected] Studie: Contributions of early detection and cancer prevention to colorectal cancer mortality reduction by screening colonoscopy: a validated modeling study Quelle: Gastrointest Endosc 2024;100(4):710–717.e9. Web: https://doi.org/10.1016/j.gie.2024.03.010
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