Darmkrebs-Screening: Trotz organisiertem Einladungsverfahren ab Sommer noch viel zu tun14. März 2019 Mit dem ab Sommer 2019 beginnenden organisierten Einladungsverfahren zum Darmkrebs-Screening allein ist es noch nicht getan, meint der VDGH. (Foto: © vegefox.com/Fotolia) „Der Erfolg der Darmkrebsfrüherkennung ist eine der positiven Botschaften, die es bei Krebserkrankungen gibt“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH), Dr. Martin Walger. Dennoch könnte die Zahl der Menschen, die die Früherkennungsangebote wahrnehmen, noch gesteigert werden. Imm noch sterben rund 26.000 Menschen jährlich an Darmkrebs. „Ein Paradox, denn für kaum eine andere Krebsart gibt es inzwischen so zuverlässige Früherkennungsmethoden“, so der VDGH-Geschäftsführer anlässlich des Darmkrebsmonats März. Im Jahr 2002 wurde die Darmkrebsfrüherkennung in Deutschland grundlegend verbessert, seitdem sinkt die Anzahl der Neuerkrankungen nachweislich. Zuletzt hatte der Gemeinsame Bundesausschuss die Früherkennungsrichtlinie mithilfe einer neuen Generation von immunologischen Tests modernisiert. Ein hochsensitiver Labortest spürt bereits geringste Mengen Blut im Stuhl auf und wird gesetzlich Krankenversicherten ab 50 Jahren angeboten. Der Test erleichtert Patienten wie Ärzten die Früherkennung, solange eine Darmspiegelung nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist. „Viele Todesfälle durch Darmkrebs sind vermeidbar“, so Walger. Mit der Umsetzung des Krebsversorgungs- und Registergesetzes wird es ab Juli 2019 das Darmkrebs-Screening als organisiertes Einladungsverfahren geben, die gesundheitlichen Versorgungsleistungen wurden an wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst und die Inanspruchnahme neu definiert. Der VDGH begrüßt die zukünftige strukturierte Versorgung bei der Darmkrebsfrüherkennung ausdrücklich. Dennoch: Auswertungen des AOK-Bundesverbandes offenbaren, dass die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung insgesamt bei den Altersgruppen über 60 Jahren zwar relativ hoch ist, aber immer noch jeder fünfte Patient nicht erreicht wird. Laut der Krankenkasse Barmer ist die Inanspruchnahme des Stuhltests bundesweit im Zeitraum von 2012 bis 2016 um 11,4 Prozent zurückgegangen. Auch zeigen erste Erhebungen der auswertenden Labore, dass es bei der Test-Rücklaufquote zum Arzt und Weiterleitung zum Labor Verbesserungsbedarf gibt. „Das Interesse und die Motivation für die Inanspruchnahme dieser lebensrettenden Früherkennung bei den Patienten zu steigern und die Qualität der abgelieferten Proben sicherzustellen, ist mit einem organisierten Einladungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Weitere Faktoren und Optionen müssen geprüft werden“, fordert Walger. Der VDGH unterstützt die Stiftung LebensBlicke zur Früherkennung von Darmkrebs. Mithilfe seines Infozentrums für Prävention und Früherkennung informiert der VDGH die Öffentlichkeit seit mehr als 15 Jahren über die Möglichkeiten zur Früherkennung von Gesundheitsrisiken mit Hilfe der Labormedizin. Der VDGH vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von 100 Unternehmen der Diagnostika- und der Life-Science-Research-Industrie. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her beziehungsweise Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften. Beide Branchen zusammen erwirtschaften einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro in Deutschland.
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