Das Enzym P3H2 schützt den Nierenfilter12. Mai 2022 Foto: © Vanessa Garcia, Pexels Wissenschaftler:innen der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben eine neue Generkrankung identifiziert, die mit einer Nierenschädigung einhergeht. In einer international durchgeführten Arbeit haben die Forschenden gezeigt, dass das Gen Prolyl 3-Hydroxylase 2 (P3H2) den Nierenfilter stabilisiert, und dass Mutationen zu einer deutlichen Schädigung der Nieren mit Auftreten von Blut und Eiweiß im Urin führt. Die Daten sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins The Journal of Clinical Investigation veröffentlicht. Der Nierenfilter ist aus drei Schichten aufgebaut: Den Endothelzellen der glomerulären Kapillaren, der darauf aufliegenden glomerulären Basalmembran und den die Basalmembran umschließenden Fußfortsatzzellen. In diesen Zellen wird das Enzym P3H2 sehr stark exprimiert, ohne dass bislang seine funktionelle Relevanz bekannt war. Die Wissenschaftler:innen konnten nun nachweisen, dass dieses Enzym eine wichtige Rolle bei der Modifizierung der Kollagenfasern der darunterliegenden glomerulären Basalmembran spielt. Mit hochauflösenden molekularen und proteomischen Analysen konnte das Team zeigen, dass sich sowohl die Zusammensetzung der glomerulären Basalmembran als auch deren Struktur ändert. Hierdurch wird die Filterfunktion der Niere nachhaltig gestört und es kommt zum Übertritt von roten Blutzellen und Eiweiß in den Urin, sowie nachfolgend zu Vernarbungsprozessen im Bereich des Nierenfilters. „In folgenden Studien soll nun untersucht werden, inwieweit die Funktion von P3H2 bei sehr häufigen Nierenschäden wie der diabetischen Nephropathie oder den durch Bluthochdruck ausgelösten Schäden eingeschränkt ist“, sagt Priv.-Doz. Dr. Florian Grahammer, Direktor des Universitären Transplantations Centrums und stellvertretender Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Prof. Dr. Tobias B. Huber, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, ergänzt: „Mit P3H2 konnte erstmals ein Modulator der glomerulären Basalmembran als krankheitsauslösender Faktor von Schäden am Nierenfilter beschrieben werden“. An der Studie waren Wissenschaftler:innen aus zwei Kliniken und Instituten des UKE sowie zahlreiche Partnereinrichtungen aus Freiburg, Erlangen, Mainz, China, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA beteiligt.
Mehr erfahren zu: "Sparpaket soll noch größer werden" Sparpaket soll noch größer werden Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?
Mehr erfahren zu: "Nierenfibrose: Überexpression von SNAI1 trägt zur Progression der Erkrankung bei" Weiterlesen nach Anmeldung Nierenfibrose: Überexpression von SNAI1 trägt zur Progression der Erkrankung bei Eine neue Studie der Mahidol University in Bangkok (Thailand) enthüllt, wie die Überexpression von SNAI1 zelluläre Seneszenz, Ribosomenbiogenese und DNA-Schäden in renalen Tubuluszellen vorantreibt.
Mehr erfahren zu: "ERA 2026: Kieler Nephrologe von internationaler Fachgesellschaft prämiert" ERA 2026: Kieler Nephrologe von internationaler Fachgesellschaft prämiert Auf dem ERA 2026 hat Prof. Michael Balzer eine mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine wissenschaftliche Arbeit zu neuen Ansätzen in der Behandlung chronischer Nierenerkrankungen und akuter Nierenschäden erhalten.