Das Hormon Progesteron schützt vor einer Frühgeburt

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Eine vom Amsterdam University Medical Center durchgeführte Studie zeigt, dass Progesteron Frauen mit kurzem Gebärmutterhals besser vor einer Frühgeburt schützt als ein Pessar.

Frauen mit einem kurzen Gebärmutterhals um die 20. Schwangerschaftswoche haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Die Verhinderung einer Frühgeburt bei schwangeren Frauen mit kurzem Muttermund ist ein entscheidender Schritt zum Schutz der Gesundheit des Kindes. Forschungen des Amsterdam UMC zeigen nun, dass Progesteron bei schwangeren Frauen mit einem kurzen Muttermund um die 20 Wochen herum das Risiko einer schweren Frühgeburt stärker verringert als ein Gebärmutterhals-Pessar. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „The BMJ“ veröffentlicht.

„Dies ist eine wichtige Verbesserung, die dazu beitragen kann, die Zahl der Frühgeburten und der damit verbundenen Komplikationen wie ein erhöhtes Risiko der Säuglingssterblichkeit und langfristige Gesundheitsprobleme für das Kind zu verringern“, berichtet Eva Pajkrt, Professorin für Geburtshilfe am Amsterdam UMC.

Verringerung extremer Frühgeburten

Das Forschungsteam am Amsterdam UMC untersuchte die beste Behandlung für Frauen, deren Gebärmutterhals bei der Ultraschalluntersuchung in der 20. Woche kürzer als 25 mm ist. An dieser Studie nahmen 25 Zentren in den Niederlanden teil. Frauen mit einem kurzen Gebärmutterhals kamen für eine Randomisierung zwischen Progesteron und Pessar in Frage. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Progesteron bei der Verringerung extremer Frühgeburten wirksamer ist als ein Pessar. Diese Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, die Länge des Gebärmutterhalses bei der Ultraschalluntersuchung in der 20. Woche zu messen und Frauen mit einem Gebärmutterhals von weniger als 25 mm über die Möglichkeit einer Behandlung mit Progesteron zu informieren.

Bei Frauen mit einer Zervixlänge zwischen 25 mm und 35 mm gab es keinen signifikanten Unterschied in der Anzahl der Komplikationen aufgrund von Frühgeburten zwischen der Gruppe, die Progesteron einnahm, und der Gruppe, die ein Pessar verwendete. „Basierend auf unserer Studie empfehlen wir, die Länge des Gebärmutterhalses aller schwangeren Frauen während der Ultraschalluntersuchung in der 20. Woche zu messen. Frauen mit einem Gebärmutterhals von weniger als 25 mm sollten über die Möglichkeit einer Behandlung mit Progesteron informiert werden“, betont Pajkrt.

„Die Ergebnisse dieser Studie sind für das Gesundheitssystem von großer Bedeutung und können zur Verringerung von Frühgeburten und den damit verbundenen Komplikationen beitragen. Mit großen Folgen sowohl für den Einzelnen als auch für unsere Gesellschaft“, sagt Pajkrt abschließend.