Das Risiko weiterer Hirnblutungen einschätzen13. Juli 2023 Simon Fandler-Höfler (Foto: Med Uni Graz) Wissenschafter der Universitätsklinik für Neurologie an der Med Uni Graz haben untersucht, wie die Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) die Risikoeinschätzung einer weiteren Hirnblutung nach hämorrhagischem Schlaganfall unterstützen kann. Eine häufige und besonders gefährliche Form eines Schlaganfalls ist die intrazerebrale Blutung, die gemeinsam mit anderen Schlaganfallformen die dritthäufigste Todesursache darstellt. Menschen, die eine solche Gehirnblutung überlebt haben, haben generell ein erhöhtes Risiko, eine weitere Blutung zu erleiden. Häufig wäre aber aus Gründen anderer Erkrankungen die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten notwendig, was zu einer schwierigen Risikoabwägung führen kann, da diese eine Gehirnblutung verschlimmern können. Gerade aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, die individuelle Gefahr erneuter Blutungen einzuschätzen. Die kürzlich in „Neurology“ veröffentlichte Forschungsarbeit von Simon Fandler-Höfler von der Med Uni Graz beschäftigt sich damit, wie basierend auf MRT-Bildern das Wiederauftreten weiterer Hirnblutungen vorhergesagt werden kann. Ursache von Gehirnblutungen Die Studie hat die Daten von 443 Patienten mit Gehirnblutungen analysiert. Basierend auf den MRT-Bildern der Teilnehmer untersuchten die Wissenschaftler die Ursachen der Blutungen und prüften, welche Patienten das größte Risiko hatten, eine erneute Gehirnblutung zu erleiden. „Oftmals wird eine Gehirnblutung nur hingenommen und ihre Ursachen nicht weiter untersucht. Dabei kann gerade die Feststellung der Grunderkrankung viele Informationen zu Prognose und Risiko erneuter Gehirnblutungen bieten“, erklärte Fandler-Höfler. Besonders hoch erwies sich in der Studie die Gefahr eines erneuten Auftretens bei der zerebralen Amyloidangiopathie, bei der es über chronische Prozesse zu Schädigungen von kleinsten Hirngefäßen und daraus folgend zu Blutungen kommen kann. Aber auch bei anderen Ursachen, wie der hypertensiven zerebralen Mikroangiopathie, kann dank moderner Bildgebung das individuelle Risiko einer erneuten Gehirnblutung gut eingeschätzt werden. Die Diagnose dieser Erkrankungen wird in der Regel mittels MRT des Gehirns erstellt – wobei in einer zweiten, separaten Forschungsarbeit gezeigt werden konnte, welche Diagnosekriterien der zerebralen Amyloidangiopathie für das Risiko einer erneuten Gehirnblutung besonders relevant sind. Risikoeinschätzung Die Studie hat gezeigt, dass anhand der MRT eine gute Einschätzung des Risikos erneuter Hirnblutungen erfolgen kann – je nach Kombination von Ursache und MRT-Veränderungen kann dieses Risiko zwischen 61 Prozent und unter einem Prozent über fünf Jahre liegen. Patienten mit kryptogenen Hirnblutungen, bei denen trotz ausführlicher Untersuchung keine Ursache festgestellt werden konnte, hatten ein äußerst geringes Risiko einer erneuten Hirnblutung. Den Autoren zufolge sind die Untersuchungsergebnisse nicht nur für die Behandlung wichtig, sondern auch für die Prognose für des Patienten, dessen Familie und Pflegende. „Die individuelle Einschätzung des Risikos kann mittels MRT erfolgen und hat zusätzlich zur unmittelbaren Bedeutung für die betroffenen Patienten auch oft direkte Implikationen für Entscheidungen in der medikamentösen Therapie“, so Fandler-Höfler.
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