DCIS: Höhere Brustkrebsmortalität spricht für aggressivere Erkrankung3. März 2023 Bild: © ibreakstock – stock.adobe.com Ergebnisse des britischen Sloane-Projekts legen nahe, dass das Duktale Karzinom in situ mit Mikroinvasion eine aggressivere Erkrankung ist. Diagnose, Management und Prognose des mikroinvasiven (Invasion ≤ 1 mm Größe) Mammakarzinoms sind nach wie vor umstritten. Daten einer aktuellen Studie belegen nun, dass die höhere Brustkrebsmortalität bei Mikroinvasion auf eine aggressivere Erkrankung hinweist. Prof. Abeer M. Shaaban vom Queen Elizabeth Hospital Birmingham, Großbritannien, und ihre Kollegen hatten die Ergebnisse von Patientinnen mit DCIS mit und ohne Mikroinvasion analysiert, deren Diagnose zwischen 2003 und 2012 im Rahmen des Sloane-Projekts gestellt wurde. Wie sie schildern, wurde eine Mikroinvasion bei 521/11.285 Patientinnen (4,6%) verzeichnet, allerdings mit erheblichen Schwankungen in der gemeldeten Inzidenz zwischen den Screening-Einheiten (0-25%). Laut den Autoren war eine Mikroinvasion mit einem hochgradigem DCIS, größerer DCIS-Größe, Komedonekrose und solider, kribriformer Architektur assoziiert (alle P<0,001). Ferner stellten sie fest, dass eine Mikroinvasion bei Patientinnen häufiger war, die sich einer Mastektomie unterzogen hatten, verglichen mit brusterhaltender Operation (BCS) (6,9% vs. 3,6%; P<0,001), und bei jenen, die sich einer axillären Lymphknotendissektion unterzogen hatten (60,4% vs. 30,3%; P<0,001), inkl. der Subgruppe mit BCS (43,4% vs. 8,5%; P<0,001). Die Rate der Lymphknotenmetastasierung sei niedrig gewesen und habe sich statistisch nicht signifikant von der DCIS-Gruppe unterschieden, berichtet das Team (p=0,68). Nach einer medianen Nachbeobachtung von 110 Monaten hatten 3% der Patientinnen ein rezidiviertes ipsilaterales hochgradiges DCIS und 4,2% ein invasives Karzinom entwickelt. Ferner beobachteten die Wissenschaftler, dass die nachfolgende ipsilaterale Invasion bei 71,4 % der Patientinnen mit Mikroinvasion von Grad 3 war, verglichen mit nur bei 30,4% jener mit einem DCIS ohne Mikroinvasion (p=0,02). Zudem waren Fernmetastasierung und Brustkrebsmortalität nach einer Mikroinvasion höher als bei einem reinen DCIS (1,2 % vs. 0,3 %; p=0,01 und 2,1% vs. 0,8%; p=0,005). (sf)
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