DDG vergibt ihren wichtigsten Preis für Arbeiten zur Genetik des Diabetes19. Mai 2021 Bild: © MicroOne, stock.adobe.com Zum 50. Mal vergibt die DDG ihre höchste Auszeichnung, die Paul-Langerhans-Medaille. Preisträger ist Professor Dr. Dr. h.c. mult. Martin Hrabě de Angelis, Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München und Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Genetik der TU München. Mit dem Preis würdigt die DDG seine Forschung zu den genetischen Einflussfaktoren des Diabetes mellitus, aber auch seine Verdienste um die Gründung und Förderung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), dem Hrabě de Angelis seit der Gründung im Jahr 2009 vorsteht. Die Paul-Langerhans-Medaille wurde im Rahmen des Diabetes-Kongresses der DDG verliehen. Moderne Volkskrankheiten sind oftmals Wohlstandskrankheiten: Mangelnde Bewegung und jederzeit verfügbare, hochkalorische Speisen lassen den Stoffwechsel auf Dauer entgleisen und erhöhen das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Doch auch wenn dieser Zusammenhang mittlerweile gut belegt ist, darf der Lebensstil nicht isoliert betrachtet werden. „Wie leicht sich schlechte Angewohnheiten in einer schlechten Gesundheit niederschlagen, hängt immer auch von der genetischen Ausstattung ab“, sagt Professor Dr. med. Monika Kellerer, Ärztliche Direktorin der Klinik für Innere Medizin I am Marienhospital Stuttgart und Präsidentin der DDG. Mit seinen Forschungen habe der diesjährige Preisträger wesentlich dazu beigetragen, die komplexen genetischen Grundlagen zu identifizieren, die bei der Entstehung von Erkrankungen wie dem Diabetes mellitus eine Rolle spielen.Aus Hrabě de Angelis´ Münchener Labor stammt die für die Diabetesforschung revolutionäre Erkenntnis, dass Ernährung und Lebensstil umgekehrt auch Spuren im Erbgut hinterlassen. Sie führen zu so genannten epigenetischen Veränderungen, die zwar die Sequenz des Erbguts unangetastet lassen, jedoch die Ablesbarkeit von Genen verändern können. Wie Hrabě de Angelis´ Versuche an Mäusen gezeigt haben, kann die Ernährung auf diese Weise die Aktivität gesundheitsrelevanter Gene beeinflussen – eine Veränderung, die nicht nur das Individuum selbst betrifft: Ernährungsbedingte Störungen wie Adipositas oder Diabetes können auf diese Weise sogar an die Nachkommen weitergegeben werden. Weil die epigenetischen Veränderungen jedoch prinzipiell reversibel sind, könnten sich hieraus neue Ansatzpunkte ergeben, um einem erhöhten Diabetesrisiko entgegenzuwirken.„Wissenschaftliche Arbeiten wie die von Professor Hrabě de Angelis sind die Voraussetzung für die Entwicklung neuer präventiver und therapeutischer Ansätze“, begründet DDG-Präsidentin Kellerer die Wahl des diesjährigen Preisträgers. Seine Arbeiten zeichneten sich besonders durch die umfassende Herangehensweise an das Thema, die aufwändige Methodik und den Mut, innovative Denkansätze zu verfolgen, aus. Mit dem Preis würdigt die DDG darüber hinaus auch Hrabě de Angelis´ großes Engagement für die translationale Diabetesforschung. Als Mitbegründer und Vorstand des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) setze sich Hrabě de Angelis seit Langem dafür ein, dass die in wissenschaftlichen Labors gewonnenen Erkenntnisse schneller in der medizinischen Praxis ankommen, so Kellerer.Als wissenschaftliche Fachgesellschaft sieht sich die DDG seit jeher der Forschungsförderung verpflichtet. Bereits bei der Gründung der Gesellschaft wurden die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten und die Verleihung wissenschaftlicher Preise als wesentliche Ziele benannt. „Den wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnisgewinn zu unterstützen, ist somit eines der originären Anliegen der DDG“, betont Kellerer. „Auch wenn unsere Arbeit angesichts der steigenden Diabeteszahlen mehr und mehr eine gesundheitspolitische Ausrichtung bekommt, zählt die Förderung der diabetologischen Forschung, der wissenschaftlichen Kommunikation und der Translation noch immer zu unseren wichtigsten Aufgaben.“Die Paul-Langerhans-Medaille wird seit 1972 jährlich an Wissenschaftler verliehen, die sich in besonderem Maße um die Diabetesforschung verdient gemacht haben. Namensgeber für die höchste Auszeichnung, die die DDG zu vergeben hat, ist der Berliner Pathologe Paul Langerhans (1847 – 1888), der Entdecker der später nach ihm benannten insulinproduzierenden Langerhans´schen Inseln in der Bauchspeicheldrüse.
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