DE-PHARM-Projekt: Initiative zu Reduktion von Polypharmazie geleitet durch Apotheker17. November 2017 © Africa Studio – fotolia.com Viele Pflegeheimbewohner mit lebenslimitierenden Krankheiten erhalten potenziell inadäquate Medikamente sowie Medikamente, deren Nutzen fraglich ist. Diese Medikamente können zu unerwünschten Arzneimittelreaktionen beitragen, die die Morbidität erhöhen und unnötige Kosten verursachen. Nach Meinung der Autoren ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, dass der Prozess des Deprescribings in die Betreuung dieser Bewohner einbezogen wird. Im Rahmen des „DE-PHARM-Projektes“ wurde in der Pflegeeinrichtung eine Deprescribing-Initiative unter Leitung klinischer Apotheker gestartet. Ziel des Projektes war es, die Anzahl potenziell inadäquater Medikamente zu reduzieren. Das DE-PHARM-Projekt wurde in einer städtischen, akademischen Pflegeeinrichtung in Pittsburgh, Pennsylvania, durchgeführt. Die Pilotphase fand zwischen Oktober 2015 und April 2016 statt. Um in die Studie einbezogen zu werden, mussten die Teilnehmer Bewohner in der Pflegeeinrichtung sein und einen dokumentierten Behandlungsplan aufweisen. Alle Medikamente, die für die Behandlung komorbider Erkrankungen verordnet waren, wurden durch den klinischen Apotheker überprüft. Siebenundvierzig Bewohner, die von acht verschiedenen Primärversorgungsteams versorgt wurden, erfüllten die Einschlusskriterien. Neununddreißig Empfehlungen für 23 Bewohner wurden vom klinischen Apotheker ausgesprochen. Das entspricht einem Durchschnitt von 0,82 sowie einer Spanne von 0 – 5 Empfehlungen pro Bewohner. Von diesen wurden nur 10 (26 %) akzeptiert, 1 (3 %) wurde modifiziert, 3 (7 %) wurden abgelehnt und 25 (64 %) zeigten innerhalb der 120-tägigen Reaktionszeit keine Reaktion. Zwei Bewohner starben während des Projektes, und ein Bewohner wurde für einen längeren Zeitraum wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Die Pilotphase des DE-PHARM-Projekts, einer von klinischen Apothekern betriebenen Deprescribing-Initiative, wurde konzipiert und ausgewertet. Dieses Projekt demonstriert die Machbarkeit einer solchen Initiative. Aufgrund der Komplexität eines solchen Prozesses muss den teilnehmenden Bewohnern und ihren Medikationen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Während des operativen Prozesses ist eine interprofessionelle Zusammenarbeit erforderlich. Das DE-PHARM-Projekt wird derzeit in anderen Pflegeeinrichtungen im Westen von Pennsylvania weitergeführt. Autor: Pruskowski J et al. Korrespondenz: Department of Pharmacy, University of Pittsburgh School of Pharmacy, University of Pittsburgh Medical Center (UPMC) Palliative and Supportive Institute, Pittsburgh, Pennsylvania, USA. Studie: The DE-PHARM Project: A Pharmacist-Driven Deprescribing Initiative in a Nursing Facility Quelle: Consult Pharm. 2017 Aug 1;32(8):468-478. Web: http://www.ingentaconnect.com/content/ascp/tcp/2017/