Defizitäre Versorgung von Patienten mit Atopischer Dermatitis in Deutschland21. Januar 2022 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Bisher gibt es nur wenige Studien, die die Gesundheitsversorgung von Patienten mit Atopischer Dermatitis (AD) in Deutschland beschreiben, weshalb die Autoren einer aktuellen Arbeit die Prävalenz der Krankheit sowie die am häufigsten verschriebenen Medikationen in Deutschland anhand von Krankenkassendaten des Jahres 2019 beschreiben. In ihrer Arbeit analysierten sie außerdem die Prävalenzraten, den Schweregrad der Erkrankung, das Auftreten von Komorbiditäten und die Arzneimittelversorgung. Im Jahr 2019 waren 4,21% (95%-Konfidenzintervall [KI], 4,21–4,22%) der Versicherten an AD erkrankt (n=3,6 Mio.). Frauen waren etwas häufiger (4,74%; 95%-KI 4,73–4,74) betroffen als Männer (3,64%; 95%-KI 3,64–3,65). Jugendliche und Kinder unter 15 Jahren wiesen im Vergleich zu anderen Altersgruppen die höchste Prävalenz für AD auf (9,44%; 95%-KI 9,42–9,46). Die Mehrheit der Versicherten mit AD war von einer leichten bis mittelschweren Form der Krankheit betroffen. Die häufigste Komorbidität waren Infektionen der Haut (Risikoquotient 5,00; 95%-KI 4,97–5,02). Die Patienten wurden teils von Dermatologen behandelt, andere von Allgemeinmedizinern (39,10% bzw. 36,74%). Von den entzündungshemmenden Arzneimitteln wurden systemische Glucocorticoide am häufigsten eingesetzt, welche am häufigsten von Allgemeinmedizinern verschrieben wurden. Mit insgesamt 42.841 Verordnungen (1,53%) wurde Methotrexat häufiger verschrieben als Ciclosporin mit 19.628 Verordnungen (0,70%) oder Azathioprin mit 25.696 Verordnungen (0,92%). Cyclosporin A (Erstlinienbehandlung) wurde wesentlich häufiger von Dermatologen verschrieben (44,00% gegenüber 14,32% von Allgemeinmedizinern). Das Biologikum Dupilumab wurde 30.801-mal (1,10%) verschrieben, in erster Linie von Hautärzten (66,67%). Fazit Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass lediglich eine Minderheit der Patienten mit AD von Hautärzten behandelt wird und dass in einigen Fällen immer noch eine Unterversorgung mit Arzneimitteln besteht. (am) Autoren: Hagenström et al. Korrespondenz: Kristina Hagenström; [email protected] Studie: Prevalence and Medications of Atopic Dermatitis in Germany: Claims Data Analysis Quelle: Clin Epidemiol 2021 Jul 22;13:593–602. Web: https://doi.org/10.2147/CLEP.S315888