Dem Langzeitgedächtnis auf der Spur: Sonderforschungsbereich wird verlängert7. Juni 2022 Foto: © burdun – stock.adobe.com Wie werden Langzeitinformationen im Gehirn gespeichert und wie wandelt das Gehirn diese in Fakten, Wissen und Fähigkeiten um? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Sonderforschungsbereich (SFB) „Mechanismen und Störungen der Gedächtnis-Konsolidierung: Von Synapsen zur Systemebene“, der am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt ist. Der SFB wurde nun von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) für eine zweite Förderperiode von vier Jahren verlängert. Zu den untersuchten Fragestellungen gehören die Rolle des Schlafs, Gedächtnisschleifen und die Frage, wie Hirnstimulation das Gedächtnis beeinflusst. Weiterhin wollen die Forschenden die gedächtnisbezogenen Aktivitäten untersuchen, die im Hippocampus erzeugt werden, der Schaltstelle zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis. Der SFB wird sich ebenfalls der Übertragung von Informationen vom medialen Temporallapen, der wichtige Strukturen für das Gedächtnis enthält, zum Neocortex in der Großhirnrinde widmen, sowie der Verfeinerung von Zellensembles zur Kodierung von Erinnerungen (Engramme). Einige der Forscher der Humboldt-Universität sind auch am übergreifenden Exzellenzcluster NeuroCure beteiligt, der die Grundlagen- und klinische Forschung zum Gehirn in Berlin zusammenführen soll. „Soweit ich weiß, ist unser Sonderforschungsbereich die weltweit umfassendste, vielfältigste und innovativste Gruppe von Forschenden, die sich mit der Konsolidierung des Gedächtnisses befasst”, kommentiert Matthew Larkum, Professor für neuronale Plastizität an der Humboldt-Universität und Sprecher des Sonderforschungsbereichs, die Fortsetzung der Förderung, die über den Zeitraum von vier Jahren rund zwölf Millionen Euro umfasst. An der zweiten Förderrunde des SFB sind auch die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Bernstein Center for Computational Neuroscience, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Berlin und Magdeburg, die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Berlin, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin, das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Berlin, die Universitätsmedizin Greifswald, die Goethe-Universität Frankfurt am Main, das Max-Planck-Institut für Biologische Intelligenz (in Gründung) Seewiesen und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beteiligt.
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