Demenz: Gezielte Prävention zahlt sich aus31. Januar 2024 Je früher im Leben präventive Maßnahmen ergriffen werden, umso größer ist nicht nur der Schutz vor Demenz, sondern auch der volkswirtschaftliche Nutzen. (Foto: © Robert Knetschke – stock.adobe.com) Wissenschafter des IMC Krems und der Universität für Weiterbildung Krems belegen ökonomischen Vorteil gezielter Prävention von Demenz bei Risikogruppen. Maßnahmen zur Prävention von Demenz in Risikogruppen können nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern machen auch volkswirtschaftlich viel Sinn. Das ist die Kernaussage einer jetzt veröffentlichten Analyse der IMC Krems University of Applied Sciences in Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems. Darin wird aufgezeigt, dass frühzeitige Prävention bei besonders gefährdeten Personengruppen verhältnismäßig kostengünstig ist und in der Folge die Kosten des Gesundheitssystems für Behandlung und Pflege deutlich reduzieren könnte. Weitere Erkenntnisse zeigen, dass sogar breit gefächerte Präventionsmaßnahmen bei gut definierten Risikogruppen Kosten sparen können und dass Maßnahmen in mittleren Altersgruppen kosteneffizient sind, wenn lebensstilbedingte Risikofaktoren angesprochen werden. Auch wenn Demenz nicht heilbar ist, gibt es gut belegte Hinweise dafür, dass Prävention wirkt. So zeigen internationale Studien, dass lebensstilbezogene Krankheiten wie Diabetes oder koronare Herzerkrankungen Demenzen fördern. Durch Lebensstiländerungen lassen sich, so die wissenschaftliche Studienlage, mindestens 40 Prozent der Demenzen vermeiden. Aber auch Prävention kostet Geld und bedarf einiger Anstrengungen. Übersteigen die Kosten für solche Präventionsmaßnahmen am Ende vielleicht sogar die eingesparten Kosten durch vermiedene Demenzen? Genau dieser Frage hat sich nun ein Team des IMC Krems und der Universität für Weiterbildung Krems (UWK) gewidmet – und sie eindeutig beantwortet. Klarer Effekt „Unsere Analyse zeigt deutlich, dass Programme zur Vorbeugung von Demenz kostengünstig und kosteneffektiv sein können, wenn sie rechtzeitig einsetzen und klar auf Risikogruppen ausgerichtet sind“, fasst Prof. Alexander Braun vom Institut Gesundheitsmanagement am IMC Krems die Studienergebnisse zusammen. „Rechtzeitig“ bedeute dabei: Bevor erste Symptome für Demenz klinisch erkennbar werden, definiert das Team aus Wissenschaftern des IMC Krems und UWK. In der Studie berücksichtigte Vorbeugemaßnahmen waren dabei unter anderem spezielle Ansätze, die bei Betroffenen die Auswirkungen bestehender Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren sowie besondere Verhaltens- und Ernährungsinterventionen. Für die Analyse sichtete das Wissenschaftlerteam mehr als 3600 Studien zum Thema, sieben Untersuchungen enthieltenb vergleichbare Daten. Optimierte Prävention „Es zeigt sich, dass Demenzprävention Kosten einspart und darüber hinaus auch Lebensqualität und Lebensjahre der Risikogruppe erhöht“, erklärte Prof. Alexander Braun vom Institut Gesundheitsmanagement an der IMC Krems. Tatsächlich zeigt die Analyse, dass die Kosten für die untersuchten Interventionsprogramme im Durchschnitt unter Euro lagen – aber bereits einen nachweisbaren Zuwachs an Lebensqualität für die Teilnehmenden lieferten und ein vielfach höher liegendes Kostensparpotenzial für das Gesundheitssystem besaßen. Dieses Potenzial würde wohl noch höher liegen, so interpretieren das Forschungsteam die Datenlage, wenn die Interventionsprogramme nicht erst in fortgeschrittenem Alter (ab 60, wie in der Mehrheit der ausgewerteten Studien), sondern bereits davor ansetzen würden. „Wir wissen bereits aus vielen Studien zur Prävention von Demenz, dass frühzeitige und zielgerichtete Präventionsmaßnahmen, die auf Lebensstilfaktoren abzielen und für die Breite der Gesellschaft ausgerichtet sind, deutlich wirksamer sind als Maßnahmen, die beim ersten Auftreten von Symptomen ansetzen. Nun können wir auch zeigen, dass dieser Zugang auch wirtschaftlich sinnvoll ist“, erklärte Prof. Stefanie Auer, Dekanin der Fakultät für Gesundheit und Medizin. Insgesamt zeigt die Studie, dass auf Risikogruppen fokussierte Präventionsprogramme, die in früheren Lebensabschnitten beginnen, die Kosten für den Umgang mit Demenz senken könnten – und somit ein sinnvolles Mittel für die Zukunft sind, in der mit stark steigenden Zahlen Demenzbetroffener zu rechnen ist.
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