Demenztest für Menschen mit Intelligenzminderung entwickelt16. Februar 2021 Arbeitsmaterial für den DTIM (Foto: Jasmin Aust) Wissenschaftlerinnen der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften haben einen Demenztest für Menschen mit Intelligenzminderung entwickelt. Der Test wurde für Erwachsene (ab circa 40 Jahren) mit intellektueller Beeinträchtigung unterschiedlicher Ätiologie konzipiert. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit vier großen Einrichtungen, der Eingliederungshilfe mit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, der Lebenshilfe Braunschweig, der Katholischen Behindertenhilfe im Bistum Hildesheim sowie den Rotenburger Werken der Inneren Mission, und begann 2012 im Rahmen eines Drittmittelprojekts. Finanziert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung und Bildung. Der demographische Wandel erfasst alle Bevölkerungsgruppen. So werden auch Menschen mit einer Intelligenzminderung immer älter. Auch sie müssen ihren Lebensabend in der Regel selbst gestalten. „Zu den Schattenseiten des Alters gehört jedoch die Zunahme von Erkrankungen wie der Demenz“, sagt Prof. Sandra Verena Müller. Die Wissenschaftlerin erklärt: „Es ist ungleich schwerer bei einem ohnehin bereits eingeschränkten Menschen mit einer Intelligenzminderung eine Demenz zu erkennen. Aber es ist grundsätzlich möglich und auch sinnvoll. Mithilfe des neu entwickelten Demenztests kann die anspruchsvolle diagnostische Frage beantwortet werden, ob zusätzlich zu einer Intelligenzminderung auch eine Demenz vorliegt.“ Der DTIM besteht aus einem neuropsychologischen Testteil und einer Fremdeinschätzung, die von Betreuungspersonen beantwortet werden sollte. Der neuropsychologische Teil enthält Aufgaben zu den Funktionsbereichen: Orientierung, Sprache, Aufmerksamkeit und Konzentration, Gedächtnis, Planen und Handeln, abstrakt-logisches Denken, Wahrnehmung und Konstruktion. „Der DTIM ist ein Verfahren zur Verlaufsdiagnostik, das heißt, es sind mindestens zwei Erhebungszeitpunkte für eine diagnostische Urteilsbildung notwendig“, sagt Dr. Bettina Kukse. Das Instrument wurde im Rahmen einer prospektiven Verlaufsstudie über zwei Jahre getestet. „Ein Verdacht auf Demenz basiert auf einer Zunahme der Verhaltensauffälligkeiten in der Fremdbefragung in Kombination mit einem Abbau der kognitiven Fähigkeiten in der neuropsychologischen Testung über die Testzeitpunkte. Das Testverfahren kann auch bei Menschen ohne Sprachkompetenz eingesetzt werden“, berichtet Müller.
Mehr erfahren zu: "Frühe Belastung wirkt sich je nach Geschlecht unterschiedlich auf das Gehirn aus" Frühe Belastung wirkt sich je nach Geschlecht unterschiedlich auf das Gehirn aus In einem Mausmodell konnten Forschende zeigen, dass frühe Belastung bei beiden Geschlechtern zu sozialer Unterordnung führte – Auswirkungen auf Verhalten, Belohnungsempfindlichkeit und Impulsivität unterschieden sich jedoch nach Geschlecht.
Mehr erfahren zu: "Kanada: Videosprechstunden schließen psychiatrische Versorgungslücken nicht" Kanada: Videosprechstunden schließen psychiatrische Versorgungslücken nicht Virtuelle Versorgung kann nach einer psychiatrischen Krise Zugangsbarrieren senken. Ohne zeitnah organisierte Anschlussbehandlung bleibt ihr Nutzen für Jugendliche und junge Erwachsene jedoch begrenzt, wie eine kanadische Untersuchung zeigt.
Mehr erfahren zu: "Umbrella-Review bestätigt: Bewegung hilfreich bei einer Vielzahl von Schmerzerkrankungen" Umbrella-Review bestätigt: Bewegung hilfreich bei einer Vielzahl von Schmerzerkrankungen Die bislang umfassendste Übersichtsarbeit zum Thema Bewegung zur Schmerzlinderung verdeutlicht: Bewegung kann akute und chronische Schmerzen unterschiedlichster Genese wirksam lindern. Leichtere Übungen scheinen dafür sogar besser geeignet als ein sehr […]