Den Impfschutz bei Autoimmunerkrankungen verbessern16. März 2022 Foto: © Prostock-studio – stock.adobe.com Ein Impfschutz gegen Infektionskrankheiten ist für Menschen mit Autoimmunerkrankungen besonders wichtig. Über Impfraten und -reaktionen sowie mögliche Vorbehalte ist dennoch wenig bekannt. Diese Informationen ermittelt das Projekt MAC-VAC unter Koordination der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef Hospital. Fünf bis acht Prozent der Weltbevölkerung – etwa fünf Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum – leiden an chronisch entzündlichen Erkrankungen, die durch das Immunsystem vermittelt werden. Dazu gehören die Multiple Sklerose (MS), diverse entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, zusammengefasst im Kürzel MAC für MS/Arthritis/Colitis. „Für diese Patientinnen und Patienten ist ein ausreichender Impfschutz besonders wichtig, da sie aufgrund ihrer Erkrankung und der häufig damit verbundenen immunsuppressiven Therapie ein erhöhtes Risiko haben, an Infektionen zu erkranken“, erklärt Konsortialführerin Prof. Kerstin Hellwig. „Dennoch sind gerade diese Menschen möglicherweise nicht ausreichend geimpft.“ Bislang haben sich nur wenige Studien mit diesem Thema befasst, und es sind viele Fragen unbeantwortet; insbesondere nach Einflussfaktoren auf die Impfrate bei MAC-Patientinnen und -Patienten. Im Projekt wollen die Forschenden Impfhemmnisse und -hürden identifizieren und Handlungsempfehlungen entwickeln, die die Impfraten bei Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen steigern können. Dafür werden sie für drei Jahre aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert. Krankenkassendaten, Interviews und Folgekosten Das Team wird im ersten Schritt Routinedaten von der Barmer Ersatzkasse bei MAC-Patienten auswerten, um die Impfraten und entsprechende Einflussfaktoren, die Impfwirksamkeit sowie das Auftreten schwerer Impfreaktionen zu identifizieren. Zusätzlich zur Datenauswertung führen die Forschenden Interviews mit MAC-Betroffenen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Außerdem wollen sie vermeidbare Folgekosten gesundheitsökonomisch auswerten und entwickeln zielgruppengerechtes Informationsmaterial. „Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage zur Information von behandelnden Medizinerinnen und Medizinern und Betroffenen dienen“, sagt Hellwig. „Sie sollen dazu beitragen, Infektionserkrankungen durch eine bessere und gezieltere Impfberatung und Impfung vorzubeugen, und damit die Versorgung aller Betroffenen verbessern.“ Kooperationspartner An dem Projekt sind neben der Klinik für Neurologie des RUB-Klinikums im St. Josef Hospital, die Abteilung für Allgemeinmedizin der RUB unter Leitung von Prof. Horst Christian Vollmar sowie die Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der RUB unter Leitung von Prof. Nina Timmesfeld, die Universität zu Köln, die St. Elisabeth Gruppe, das Universitätsklinikum Jena, die BARMER sowie die TAKEPART Media + Science GmbH beteiligt.
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