Den Schluckauf im Gehirn besser verstehen14. Juni 2018 3D-Rekonstruktion der vorrangig im Chemnitzer Projekt untersuchten Gehirnregionen: Rot markiert ist das Striatum, ein Teil der Basalganglien. (© University of British Columbia [www.neuroanatomy.ca]) Projektstart für deutsch-israelisch-amerikanisches Kooperationsprojekt zur Erforschung der Ursachen des Tourette-Syndroms. Seit dem 1. Mai 2018 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „Neuronale Simulationsmodelle von Basalganglien-Dysfunktion im Tourette-Syndrom“. Projektpartner sind neben der Technischen Universität Chemnitz, deren Anteil mit 300.000 Euro gefördert wird, die Bar Ilan University (Israel) und die University of Pittsburgh (USA). Koordiniert wird das Projekt durch Prof. Fred Hamker, Inhaber der Professur für Künstliche Intelligenz der TU Chemnitz. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projektes soll die Entstehung der für die Erkrankung charakteristischen „Tics“ eingehender erforscht werden. In Hamkers Arbeitsgruppe werden für dieses Projekt Simulationsmodelle entwickelt, die das Verhalten von Nervenzell-Netzwerken abbilden. Im Fokus stehen dabei die Basalganglien, die eine wichtige Rolle in der motorischen Steuerung spielen. Während in umfangreichen Vorarbeiten bereits Modelle der Basalganglien im gesunden Zustand sowie bei der Parkinson-Krankheit entwickelt wurden, liegt nun ein Schwerpunkt auf den vermuteten Veränderungen in den Basalganglien, die zur Entstehung von „Tics“ führen. Begleitend führen die israelischen Projektpartner experimentelle Studien an Ratten durch, bei denen physiologische Daten über die Gehirnaktivität während Tic-ähnlicher Zustände erhoben werden. Basierend auf diesen Daten können bestehende Simulationsmodelle getestet und weiter verbessert werden. Komplementiert wird das Projekt durch die Expertise des amerikanischen Projektpartners in der Simulation von Nervenzellen auf einem kleineren, biophysikalisch detaillierten Maßstab. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung können mittelfristig Ideen für neue therapeutische Ansätze für Tourette-Patienten und -Patientinnen hervorbringen.
Mehr erfahren zu: "Langsames Atmen beeinflusst die Gehirnaktivität" Langsames Atmen beeinflusst die Gehirnaktivität Die gezielte Steuerung des Atemrhythmus kann das Entscheidungsverhalten beeinflussen, indem es die Herz- und Gehirnfunktion moduliert. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und der […]
Mehr erfahren zu: "Sparpaket soll noch größer werden" Sparpaket soll noch größer werden Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?
Mehr erfahren zu: "Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen" Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen Nach einer Infektion kann das Ebola-Virus monate- bis jahrelang unbemerkt im menschlichen Körper überleben, unter anderem im Zentralen Nervensystem. Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende nun wertvolle Einblicke in die Mechanismen […]