Depressionen: Psychotherapie verändert das Gehirn messbar28. Oktober 2025 © Matthieu – stock.adobe.com (Symbolbild) Nach 20 Sitzungen Kognitiver Verhaltenstherapie zeigten Patienten mit Major Depression in einer Studie der Universitätsmedizin Halle ein erhöhtes Volumen der grauen Substanz in der Amygdala. Die Major Depression (MDD) führt nicht nur zu anhaltender depressiver Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit, sondern steht auch mit volumetrischen Verringerungen in (kortiko-)limbischen Hirnregionen im Zusammenhang. Zu den wichtigsten Therapieansätzen bei MDD zählt die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Diese führt einer aktuellen Studie deutscher Wissenschaftler zufolge nicht nur zum Rückgang der depressiven Symptomatik, sondern auch zu einem Anstieg des Volumens der grauen Substanz (GMV) in der Amygdala. Um die Auswirkungen der Psychotherapie auf die Hirnstruktur und mögliche Zusammenhänge mit Symptomverbesserungen zu untersuchen, hatten Seniorautor Ronny Redlich von der Universitätsmedizin Halle und Kollegen in einer naturalistischen Längsschnittstudie 30 ambulante Patienten mit MDD vor und nach 20 Sitzungen KVT untersucht. Zielparameter der Studie waren das GMV, das die Forschenden mithilfe der strukturellen MRT bestimmten, sowie klinische Messwerte. Als Kontrollgruppe dienten 30 gesunde Personen. Analysen der Region of Interest ergaben bei den Patienten einen signifikanten Anstieg des GMV im rechten vorderen Hippocampus und in der bilateralen Amygdala, was zu einer signifikanten Gruppen-Zeit-Interaktion für die linke Amygdala führte (p≤0,022). Gleichzeitig zeigten die Analysen eine Volumenabnahme im rechten hinteren Hippocampus (p=0,016). Während kein Zusammenhang mit einer allgemeinen Symptomverbesserung festgestellt wurde, war die Volumenzunahme der rechten Amygdala in geringem Maße mit Verbesserungen bei der Identifizierung von Gefühlen verbunden (rs=0,321; p=0,042). Fazit Der beobachtete Zusammenhang zwischen dem durch KVT bedingten Anstieg des GMV der Amygdala und einer verbesserten Emotionsidentifizierung unterstreiche die Bedeutung von Verbesserungen im Bereich der emotionalen Wahrnehmung, erklärten die Autoren. Zudem liefere ihre Studie einen messbaren Biomarker für die Wirksamkeit der Psychotherapie. (ej/BIERMANN)
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