Depressionen und schlechte Symptomkontrolle bei Asthma und Rhinitis1. Oktober 2019 © Rawpixel.com – stock.adobe.com Schon viele Studien, so schreiben die Autoren einer kürzlich veröffentlichten Arbeit, hätten sich bereits mit dem Zusammenhang zwischen Asthma bzw. Rhinitis und Depressionen beschäftigt. Trotzdem sei noch immer nicht klar, welche Merkmale dieser Erkrankungen mit dem Risiko für eine Depression verbunden sind. Die Verfasser der aktuellen Studie untersuchten daher den Zusammenhang zwischen Depressionen und Asthma bzw. Rhinitis in einer repräsentativen Stichprobe der italienischen Allgemeinbevölkerung. Dabei stellten sie fest, dass Rhinitis-Exazerbationen, insbesondere bei nicht atopischen Probanden, sowie eine geringe Asthmakontrolle stark mit einer depressiven Stimmung bei Erwachsenen zusammenhängen. Die analysierten Daten stammten aus der GEIRD-Studie (Gene Environment Interactions in Respiratory Diseases), einer multizentrischen bevölkerungsbasierten Multi-Fall-Kontrollstudie in Italien. Bei 2227 Teilnehmern (Alter 21–86 Jahre, Männer/Frauen 50%) wurden standardisierte Interviews sowie Prick- und Lungenfunktionstests durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden eingeteilt in Fälle mit aktuellem Asthma (n=528), Rhinitis ohne Asthma (n=972) und Kontrollen (n=727). Um Symptome von depressiver Verstimmung und Anhedonie zu identifizieren, die als Ersatz für eine schwere Depression herangezogen wurden, stellte man den Studienteilnehmern 2 spezifische Fragen aus dem Patientengesundheitsfragebogen (PHQ-2). Die Prävalenz von Depressionen betrug bei Asthma 16,7%, bei Rhinitis 11,9% und bei den Kontrollen 5,1%. Sowohl bei Asthma als auch bei Rhinitis hatten Patienten mit Depressionen eine schlechtere auf die Atemwegsgesundheit bezogene Lebensqualität und häufigere krankheitsbedingte Symptome als die nicht depressiven Probanden. Fazit Bei Asthma war eine Depression mit einer schlechteren Krankheitskontrolle verbunden. Bei Rhinitis war eine Depression signifikant mit krankheitsbedingten Einschränkungen der täglichen Aktivitäten und einem höheren Risiko für Symptomverschlechterungen und Verschreibungen von Atemwegsmedikamenten assoziiert. Fälle von Rhinitis mit Depression waren seltener atopisch, stellten die Forscher außerdem fest. (ac) Autoren: Grosso A et al. Korrespondenz: Amelia Grosso; [email protected] Studie: Depression is associated with poor control of symptoms in asthma and rhinitis: A population-based study Quelle: Respir Med 2019;155:6–12. Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2019.06.025